Rom - Erdrückende Schulden, Verhandlungen über einen Verkauf des Clubs, Rücktrittsdrohungen der Präsidentin und Straf-Trainingslager für die Mannschaft - beim italienischen Traditions-Fußballclub AS Roma brennt es lichterloh. Wie ein Brandbeschleuniger wirkte dabei am Wochenende die schmerzliche 1:4-Niederlage beim AC Fiorentina. Damit hat der Vizemeister den sportlich wie finanziell so wichtigen Einzug in die Champions League so gut wie sicher verspielt.

Die wütende Club-Präsidentin Rosella Sensi drohte mit ihrem "Rücktritt zum Saisonende", forderte von den Spielern angemessene Leistungen für ihr Geld und verbannte das Team ins Straf-Trainingslager. "Ich schließe nicht aus, dass sie dort bis zum Saisonende bleiben", erklärte Sensi. Fünf Spieltage vor Ende der Meisterschaft erteilte die resolute Clubchefin ihrer Mannschaft praktisch Hausarrest, als seien die Profis ungezogene Kinder.

Als Tabellensechster (52 Punkte) hat "Roma" kaum noch Chancen auf den vierten Tabellenplatz, um den Fiorentina (58) und der FC Genoa (57) kämpfen. "Jetzt wird es sehr schwer", gab Roms Trainer Luciano Spalletti zu, der von Sensi am Sonntag ebenfalls an seine Pflichten erinnert wurde. Nach dem bitteren K.o. in Florenz gab sich Spalletti noch kämpferisch: "Ich trete nicht zurück", betonte der Coach.

Gegen die Florentiner hatten seine Römer am Samstagabend keine Chance: Juan Manuel Vargas (6. Minute), Alberto Gilardino (47. und 67.) und Massimo Gobbi (73.) schossen die Gäste ab, die erst in der 86. Minute durch Julio Babtista zum Ehrentreffer kamen. "Die Fiorentina-Bestie demütigt Rom", titelte der "Corriere dello Sport" am Sonntag.

Während die ehemalige Mannschaft von Rudi Völler gegen den Absturz kämpft, soll Sensi weiter über den Verkauf des Clubs verhandeln. Wie die "La Gazzetta dello Sport" am Wochenende berichtete, könnte der Deal bereits in dieser Woche unterzeichnet werden. Eine deutsch-schweizerische Gruppe unter Führung des deutschen Unternehmers Volker Flick soll rund 287 Millionen Euro für den Club bieten.

Der AS Rom gehört zur Gesellschaft "Italpetroli", die sich im Besitz der Familie Sensi befindet. Der Konzern ist nach Medienangaben bei der italienischen Großbank Unicredit, die 49 Prozent der Firmenanteile hält, mit 365 Millionen Euro verschuldet, weshalb die Bank die Familie Sensi zum Verkauf dränge. (APA/dpa)