Ausgezeichnet als bester Roman: "Powers" von Ursula K. Le Guin (Orion Children's 2008)

Coverfoto: Orion Children's

Los Angeles - Am Wochenende fand in Los Angeles das traditionelle "Nebula-Bankett" der Science Fiction and Fantasy Writers of America (SFWA) statt, bei dem die Gewinner der jährlich verliehenen "Nebula Awards" bekannt gegeben werden - neben dem "Hugo" der weltweit renommierteste Preis für Phantastik-Literatur. Mit Ursula K. Le Guin wurde heuer eine Altmeisterin sowohl der Fantasy ("Erdsee") als auch der Science Fiction ("Planet der Habenichtse", "Das Wort für Welt ist Wald") ausgezeichnet.

Die Kalifornierin, die heuer 80 wird, ist seit Mitte der 60er Jahre schriftstellerisch aktiv und hat sich zu einem der größten Namen in der Phantastik überhaupt entwickelt. "Powers" ist der dritte Teil ihrer an ein junges Publikum gerichteten Reihe "Annals of the Western Shore" über die mit besonderen geistigen Kräften ausgestatteten Bewohner quasi-mittelalterlicher Stadtstaaten. - Das Thema Jugend war bei den heurigen "Nebulas" auffallend stark vertreten: Le Guin setzte sich unter anderem gegen den Überwachungsstaat-Roman "Little Brother" von Neo-Starautor Cory Doctorow und die von Comics inspirierte Superhelden-Geschichte "Superpowers" von David J. Schwartz durch. Ebenfalls nominiert waren Terry Pratchetts Scheibenwelt-Roman "Making Money" ("Schöne Scheine"), die Space Opera "Cauldron" von Jack McDevitt und das von vielen favorisierte "Brasyl" von Ian McDonald: Darin wählte der Brite für die Schilderung der Nahzukunft erneut einen Schauplatz in der "Dritten Welt" - diesmal Brasilien, nachdem es in "River of Gods" (heuer mit "Cyberabad Days" fortgesetzt) Indien gewesen war.

Weitere Preisträger

Die "Nebulas" werden jeweils rückwirkend für im vergangenen Jahr erschienene Erzählungen vergeben; manchmal können diese auch zwei Jahre zurückgehen. Die heurigen Preise tragen daher offiziell den Titel "Nebula 2008". Prämiert wurden weiters "The Spacetime Pool" von Catherine Asaro als beste Novelle, "Pride and Prometheus" von John Kessel als beste "Novelette" (zwischen 7.500 und 17.500 Worten) und "Trophy Wives" von Nina Kiriki Hoffman als beste Kurzgeschichte. Die Auszeichnung für das beste Drehbuch ging an Andrew Stanton und Jim Reardon für den computeranimierten Pixar-Film "WALL·E - Der Letzte räumt die Erde auf".

Im Gefolge der "Nebulas" wird außerdem eine Reihe weiterer Preise vergeben, darunter der Andre Norton Award (heuer für Ysabeau S. Wilce) und der Bradbury Award (für "Buffy"-Erfinder Joss Whedon). Besondere Auszeichnungen gingen unter anderem an renommierte AutorInnen wie Harry Harrison, Kate Wilhelm und den im vergangenen Jahr verstorbenen Algis Budrys. (red)