London  - Die verstaatlichte britische Krisenbank Northern Rock soll einem Zeitungsbericht zufolge Ende des Jahres wieder privat sein. Die Regierung wolle die Hypothekenbank dabei so schnell wie möglich aufspalten, um dann den "gesunden" Teil zu verkaufen, berichtete die Sonntagszeitung "Sunday Times" ohne Angaben von Quellen. Die "Giftpapiere" sollten in eine sogenannte "Bad Bank" ausgelagert werden, um das Filialnetz und Kundengeschäft zu verkaufen.

Das wäre der erste Ausstieg der Regierung aus einer Bank seit dem Zusammenbruch des Finanzsektors. Der Staat war neben Northern Rock auch bei der Royal Bank of Scotland, der Bankengruppe Lloyds und bei Bradford & Bingley eingestiegen.

Die Regierung hatte Northern Rock Anfang 2008 mit 26,9 Milliarden Pfund (29,7 Mrd. Euro) an Notkrediten vor dem Zusammenbruch gerettet und als erste britische Bank komplett verstaatlich. Derzeit schuldet Northern Rock der Regierung noch 9,8 Mrd. Pfund.

Als mögliche Käufer des gesunden Teils kämen die Banken Virgin Money, National Australia Bank und die spanische Santander infrage. Auch die Finanzinvestoren Blackstone und Towerbrook seien interessiert, schreibt die Zeitung. Berater der Investmentbank Credit Suisse seien bereits eingeschaltet worden.

Die "Bad Bank" solle in Händen des Staates bleiben und vermutlich von der staatlichen Behörde UK Financial Investments Limited (UKFI) kontrolliert werden, die die Investitionen der Regierung in den nationalen Banken überwacht.

Ein Sprecher von Northern Rock betonte, Ziel sei es, die Bank wieder auf den Privatmarkt zu bringen. Einen genauen Zeitplan gebe es aber nicht. (APA/dpa)