Es braucht keine Fantasie, um vorauszusagen: Der Wahlkampf in Wien wird hart - und mit Sicherheit reich an Tiefpunkten. Das liegt vor allem am blauen Herausforderer des Wiener Bürgermeisters, Heinz-Christian Strache, der schon seit geraumer Zeit auf schreienden Plakaten keinen Zweifel daran lässt, was er unter einem "Duell um Wien" versteht. Ebenso klar war, dass Wiens Bürgermeister Michael Häupl dem nicht tatenlos zusehen würde.

Was freilich überrascht, ist, dass Häupl bereits jetzt den blauen Fehdehandschuh aufnimmt - während er gleichzeitig beteuert, keinesfalls schon heuer vorgezogene Landtagswahlen zu beabsichtigen. Häupl sagte auf dem Landesparteitag genau das, was nicht nur Delegierte dieser Tage hören wollen. Linke Ansagen zur Wirtschaftskrise, eingängige Reizworte: gegen "Spekulanten" und Finanztransaktionen, Ja zur Vermögenssteuer, Gratiskindergärten - und keine Nulllohnrunden. Und zur Garnierung noch etwas für die Law-and-Order-Affinen unter den SPÖ-Wählern: Der Bürgermeister will für "Ordnung in den Gemeindebauten" sorgen.

Strache hat Häupl womöglich einen Gefallen getan hat. Das von der FPÖ propagierte "Aus für Häupl" baut diesen auf. Jetzt hat die SPÖ ein Thema und kann das beliebte Freund-Feind-Schema zelebrieren. Steuergeld wird, mit Hinweis auf die Krise, mit vollen Händen ausgegeben. Da wird das eine oder andere Wahlzuckerl gar nicht weiter auffallen. Angesichts dieser Ausgangslage ist den Wienern zu wünschen, dass das "Duell um Wien" bald entschieden ist. (Petra Stuiber, DER STANDARD-Printausgabe, 27. April 2009)