Nairobi/Kigali - Die ruandische Regierung hat das in der Landessprache Kinyarwanda ausgestrahlte Programm des britischen Rundfunksender BBC abgeschaltet. Die staatliche Zeitung "Sunday Times" berichtete am Sonntag in ihrer Online-Ausgabe, Informationsministerin Louise Mushikiwabo habe die Stilllegung der BBC-Sendefrequenzen mit einer "Leugnung des Völkermords" begründet. In einem Beitrag über den Völkermord an rund 800.000 Tutsi und gemäßigten Hutu sei es zu "nicht akzeptablen" Äußerungen gekommen, sagte sie. In der Sendung sei von einem "doppelten Völkermord" die Rede gewesen und über Massaker der Ruandischen Patriotischen Front (RPF) berichtet worden.

Die vom heutigen ruandischen Präsidenten Paul Kagame geleitete RPF, eine Organisation von im Exil lebenden Kämpfern, die mehrheitlich Tutsi waren, war 1994 von Uganda aus in Ruanda einmarschiert und hatte dem Massenmord der militanten Hutu-Regierung an der Tutsi-Minderheit ein Ende gesetzt. Nach dem Sieg der RPF flohen nicht nur die für den Völkermord verantwortlichen Milizen und Politiker, sonder auch mehr als zwei Millionen Hutu aus Angst vor Racheakten aus Ruanda. (APA/dpa)