Personzentrierte Psychotherapie (aus dem Englischen "person centered psychotherapy", auch klientenzentrierte Psychotherapie) wurde vom amerikanischen Psychologen Carl Rodgers (1902-1987) in den 60er-Jahren in den USA begründet und ist die Hauptrichtung der sogenannten Humanistischen Psychologie, die auf der Existenzphilosophie Søren Kierkegaards und der Begegnungsphilosphie Martin Bubers und Emmanuel Levinas beruht.

Der psychotherapeutischen Richtung liegt die Überzeugung zugrunde, dass jeder Mensch das Potenzial hat, sein Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu gestalten. Probleme und Leidensprozesse ergeben sich dann, wenn es zwischen dem Erleben (dem, was tatsächlich vorgeht) und dem Selbstbild (den Vorstellungen, wie man ist und wie man sein sollte) zu Diskrepanzen kommt und sich daraus Spannungen ergeben, die sich in verschiedenen seelischen und körperlichen Befindlichkeiten oder Symptomen zeigen.

Psychotherapie im Sinne Rodgers wird allerdings als eine Art Persönlichkeitsentwicklung verstanden. Der empathische Therapeut unterstützt Klienten dabei, sich selbst besser zu verstehen, ihre Fähigkeiten kennen zu lernen und zu wissen, welche Ziele in ihrem Leben wichtig sind. Wertschätzung ist dabei eine Grundvoraussetzung, um natürliche Entwicklungsprozesse wieder in Gang zu bringen. Der Mensch soll also zum Experten seiner selbst werden.

In der Therapie kann der Klient deshalb auch zwischen unterschiedlichen Methoden wie Gespräch, Aufstellung, Arbeit mit den Körper oder auch Malen selbst wählen. (pok)