Andorra-la-Vella - Im Kleinstaat Andorra haben die oppositionellen Sozialdemokraten die Parlamentswahlen für sich entschieden. Die Partei L'Alternativa von Jaume Bartumeu konnte nach dem in der Nacht zu Montag veröffentlichten Endergebnis aber keine absolute Mehrheit erringen. Sie erhielt die Hälfte der 28 Sitze im Parlament und wäre damit für eine Regierungsbildung auf einen Koalitionspartner angewiesen.

Die Mitte-rechts-Koalition unter Führung der Liberalen Partei (PLA) des amtierenden Regierungschefs Albert Pintat erhielt den Angaben zufolge elf Mandate. Die erstmals angetretene Formation Andorra für den Wandel (APC) bekam drei Sitze. Zwei weitere Parteien, darunter die Grünen, schafften den Sprung ins Parlament nicht. Von den rund 20.000 Wahlberechtigten gingen knapp mehr als 75 Prozent zu den Urnen.

Zentrales Thema des Wahlkampfs war die Entscheidung der derzeitigen Regierung gewesen, das Bankgeheimnis des Landes bis spätestens November zu lüften. Damit verhinderte das Fürstentum in den Pyrenäen, von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erneut auf eine Schwarze Liste der Steuerparadiese gesetzt zu werden. Der Kleinstaat mit 84.000 Einwohnern ist seit 1993 unabhängig. Gleichberechtigte Staatschefs sind der spanische Bischof von Urgell und der französische Präsident als sogenannte Ko-Fürsten. (APA/AFP)