Wien - Am Montag wird im Wiener Straflandesgericht der Prozess gegen den Holocaust-Leugner Gerd Honsik fortgesetzt und möglicherweise abgeschlossen. Staatsanwalt Stefan Apostol legt dem 67-Jährigen nationalsozialistische Wiederbetätigung zur Last. Am dritten Verhandlungstag ist mit zahlreichen Beweisanträgen des Verteidigers Herbert Schaller zu rechnen. Sollte diesen nicht stattgegeben werden, wäre mit dem Urteil im Hinblick auf den umfangreichen Fragenkatalog wohl erst in den Abendstunden zu rechnen. Im Fall eines Schuldspruchs drohen dem Angeklagten bis zu 20 Jahre Haft.

Honsik war bereits im Jahr 1992 auf Basis seines Buchs "Freispruch für Hitler?" von Wiener Geschworenen wegen Wiederbetätigung zu eineinhalb Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Statt die Strafe anzutreten, setzte er sich während des offenen Rechtsmittelverfahrens nach Spanien ab, wo er 15 Jahre unbehelligt blieb und - so der Vorwurf der Anklagebehörde - weiter seinen Ruf als führender Publizist der rechten Szene gefestigt haben soll, indem er in seiner Zeitschrift "Halt" weiter nationalsozialistisches Gedankengut verbreitete. Der Tatzeitraum erstreckt sich von 1987 bis 2003. Honsik war im August 2007 bei Malaga festgenommen und ausgeliefert worden. (APA)