Wien - Viele heimischen Flüsse müssen saniert werden: Regulierte Ufer, Kraftwerke oder aufgestautes Wasser machen bis spätestens 2027 eine Renaturierung erforderlich. Das schreibt die EU-Wasserrahmenrichtlinie vor. Ein wichtiger Teil dieser Gewässersanierung ist eine Einbeziehung der Bevölkerung, wie Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) bei einer Pressekonferenz am Montag in Wien erläuterte.

Das Umweltministerium hat dazu auf http://www.wasseraktiv.at eine Homepage eingerichtet. Betroffene haben sechs Monate Zeit, zu vorgeschlagenen Maßnahmen aus dem Gewässerbewirtschaftungsplan Stellung zu nehmen und ihre Vorstellungen für Projekte und Maßnahmen einzubringen. Die Beiträge werden gesammelt und "nach Möglichkeit berücksichtigt", so Berlakovich.

Handlungsbedarf gebe es vor allem bei den Flüssen, erläuterte der Minister. 65 Prozent der Seen wiesen einen sehr guten und 35 Prozent einen guten Zustand auf. Anders stellt sich die Lage bei den Fließgewässern dar, wo nur ein Drittel die Bewertung "gut" bzw. "sehr gut" erreiche. Der größte Anteil sei "mäßig".

Die Wasserrahmenrichtlinie der EU schreibt eine Sanierung solcher Gewässer vor. Konkret soll bis 2015 ein Etappenziel des guten Zustandes erreicht werden, spätestens jedoch 2027 sollten alle natürlichen Fließgewässer einen sehr guten oder guten Zustand erreicht haben.(APA)