Mexiko-Stadt - Es ist Fußball und keiner geht hin: Das war in Mexiko bisher unvorstellbar. Doch die Angst vor der Schweinegrippe hat in dem fußballvernarrten Land am Wochenende zu leeren Stadien geführt. Im gigantischen Azteken-Stadion in Mexiko-Stadt mit rund 100.000 Sitzplätzen spielten die Vereine America und Tecos praktisch ohne Zuschauer. Die 20 Millionen Einwohner der Hauptstadt waren am Sonntag zumeist zu Hause geblieben oder nur mit Masken vor die Tür gegangen.

Nur eine Handvoll Stadionmitarbeiter und Vertreter der Fußballteams sahen den 2:1 Sieg von Tecos. Der Fußballverband hatte die Schließung des Stadions für das Publikum angeordnet. Genauso erging es den Vereinen Pumas und Chivas im Universitätsstadion, das eigentlich ausverkauft war.

Ob und wenn ja wie das Geld für die Eintrittskarten zurückerstattet werden soll, war zunächst unklar. Für die Clubs wäre dies ein finanzielles Desaster: Die Einnahmen der Eintrittskarten allein sollen sich auf bis zu acht Millionen Peso (450.000 Euro) summieren. Dazu kommen die verlorenen Umsätze bei Standverkäufen und Catering.

"Ja, das trifft uns - aber es ist wichtiger, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen", sagte der sportliche Direktor des Vereins Pumas, Mario Trejo.

Noch ein drittes Fußballspiel vom Wochenende war betroffen, Cruz Azul gegen Pachuca. Bei dem Match in Pachuca rund 55 Kilometer nordöstlich von Mexiko-Stadt blieben am Samstag alle Sitze im Stadion leer - Gespensterfußball. Pachuca gewann 3:0, doch die Angst vor der Schweinegrippe hat an diesem Wochenende sogar bei hartgesottenen Fans die Freude über die Fußballergebnisse überschattet.

Wann die Stadien wieder für Zuschauer geöffnet werden, war zu Wochenbeginn noch unklar. Das Baseballteam Los Diabolos Rojos kündigte bereits an, drei Spiele in dieser Woche nicht in der Hauptstadt zu spielen, sondern sie nach Coahuila im Norden des Landes zu verlegen. (APA/AP)