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REUTERS/Herwig Prammer

Strahlend auf dem Plakat, ernst vor der Parteizentrale: EU-Kandidat Swoboda will mit seinem A-Team Europa sozialer machen.

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Als die SPÖ ihre Plakate für die EU-Wahl präsentiert, sorgt sie gleich für Aufregung: Weniger die Inhalte verärgern die Journalisten, sondern die Location. Zwischen Parteizentrale und Burgtheater, wo Taxis, Fiaker und Kehrfahrzeuge vorbeibrausen, startet die SPÖ in den Plakat-Wahlkampf. "Einen schlechteren Ort hättet's ihr nicht finden können", schleudert ein ORF-Journalist den einmarschierenden SPÖ-Kandidaten entgegen.

12 Sterne für Europa

Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter, der die EU-Kampagne leitet, gibt den Wahlkampfton vor: Wenn er sich die ÖVP-Plakate ansehe, dann heiße es dort wohl "Ernst - allein zuhause", höhnt er über VP-Frontmann Strasser. Die FPÖ wolle er nicht ernstnehmen, wenn sie von "Vaterlandsverrätern" spreche. Und die grünen Plakate mit ihrer Anspielung auf die Französische Revolution finde er "schon sehr kompliziert". Die SPÖ, sagt Kräuter vor seinem Plakat stehend, trete hingegen als Team auf, als "A-Team" wohlgemerkt. "Zwölf Sterne für zwölf Monate Arbeit im Jahr", lautet Kräuters Ansage. Auf dem Plakat sind freilich nur acht der zwölf Kandidaten, sprich "Sterne", zu sehen - an vorderster Front der neue und alte Spitzenkandidat Hannes Swoboda.

Dieser verspricht, in der EU einiges verändern zu wollen. Vorrang habe die soziale Sicherheit, werde diese nicht gewährleistet, würden die Sozialdemokraten der neuen Europäischen Kommission die Zustimmung verweigern, kündigt er an. Seine Fraktion wolle nicht für die Spekulanten, sondern für die Jugendarbeitslosen, für die Pensionisten etwas herausholen, sagt Swoboda, während ihm ein scharfer Wind durch Haar und Mikrofon bläst.

Plädoyer in der Rush Hour

Sieben Punkte sind es insgesamt, die der rote Wahlkampf ins Zentrum rücken soll. Schwerpunkt liegt wenig überraschend auf Sozialthemen, was auch Swobodas Nummer zwei, die ÖGB-Frau Evelyn Regner verdeutlichen soll. Sie spricht sich für soziale Kriterien bei öffentlichen Ausschreibungen aus, fordert eine europäische Finanztransaktionssteuer und eine "Finanzmarktregulierung ohne Wenn und Aber".

Als Gewerkschafterin sei sie "die einzige in einer österreichischen Partei bei dieser Wahl, die wirklich mit den Füßen auf der Erd' steht". Es brauche jedenfalls dringend auch Gewerkschafter im Europäischen Parlament. Ihr Plädoyer wird nicht vom politischen Gegner gestört, nur von ein paar hupenden Taxifahrern. (kap, derStandard.at, 27.4.2009)