Klagenfurt - „Deutsch wählen": Die großen Buchstaben auf dem Plakat der Grünen zur Kärntner Arbeiterkammerwahl springen ins Auge. Und sie lösen im ersten Augenblick - zumal in Kärnten - Assoziationen zum permanenten Kärntner Abwehrkampf gegen die Slowenen im eigenen Land aus.

"Dahinter verbergen sich keinesfalls antislowenische Reflexe", wehrt Daniela Deutsch, Spitzenkandidatin der Grünen für die Kärntner Arbeiterkammerwahlen erschrocken ab: "Ich heiße nun einmal Deutsch", sagt sie. Sie sei viel im Land und vor allem auch im zweisprachigen Gebiet in Südkärnten unterwegs: "Niemand hat dort negativ auf das Plakat reagiert."

Marjan Sturm, Obmann des Zentralverbandes der Kärntner Slowenen, findet die grüne Kampagne allerdings "gar nicht witzig": "Das dürfte Kalkül gewesen sein. Und ich halte das für gar nicht gelungen." Daniela Deutsch, die im Brotberuf als Diplomkrankenschwester auf der Palliativstation des Landeskrankenhauses Klagenfurt arbeitet, beteuert hingegen, sich immer schon für Schutzbedürftige eingesetzt zu haben. "Während Manager immer höhere Gagen bekommen, sinken die Sozialberufe in der gesellschaftlichen Anerkennung immer weiter nach unten. Das muss sich ändern", fordert Deutsch und macht sich Sorgen über den kürzlich erfolgten Baustopp für sämtliche in Planung befindliche kleinere Pflegeheime durch den neuen Kärntner Sozialreferenten vom BZÖ.
Deutsch warnt auch vor einer möglichen Privatisierung der Krankenhäuser. So sehr sie sich auch für die AK-Wahl engagiert, ihre Arbeit im Krankenhaus würde sie nie für eine Politikerkarriere an den Nagel hängen, sagt die grüne Gewerkschafterin, die eigentlich aus einer überparteilichen Klagenfurter Bürgerinitiativen-Bewegung kommt. Als Wahlziel will sie für die Grünen ein drittes Mandat erobern. (Elisabeth Steiner/ DER STANDARD-Printausgabe, 28. April 2009)