Niemand weiß, warum im Wiener Donaupark eine Büste von Che Guevara aufgestellt wurde. Es sei denn, die SP Wien wollte einem besonders konsequenten Vertreter einer "Reichensteuer" huldigen, denn Che hat im Zuge der siegreichen kubanischen Revolution nicht nur den gesamten Großgrundbesitz enteignet, sondern auch einige hundert Regimegegner, darunter auch Grundbesitzer und Unternehmer, erschießen lassen.

Anlässlich der Aufstellung des Denkmals sagte Wiens commandante supremo Michael Häupl: "Ich hoffe, Sie tragen ein kleines Stückchen Che Guevara in Ihrem Herzen mit nach Hause." Das hat jetzt jemand missverstanden und Che die Nase abgesägt. Inzwischen haben sich Neonazis auf einer Website zu der Tat bekannt und sie als Rache für die Beschädigung des sogenannten "Siegfried-Kopfes" an der Uni deklariert.

Die Nase wurde inzwischen vom bewährten Stadtgartenamt gefunden und wird wieder angeschweißt. Für den (nicht unwahrscheinlichen) Fall, dass Barack Obamas Öffnung gegenüber Kuba dort das Regime wegspült und die Che-Denkmäler auf der Insel seltener werden, steht dann noch wenigstens eines in Wien. (RAU/DER STANDARD, Printausgabe, 28.4. 2009)