Verschwommene Figuren auf Bildschirmen, wie aus der Wurf- antennen-Zeit des Schwarz-Weiß-Fernsehens, beobachtet von Menschen mit Masken - auf vielen internationalen Flughäfen, wie zum Beispiel in Bangkok, Manila, Hongkong und Tokio, werden Passagiere derzeit zusätzlich mit Wärmebildkameras erfasst. Erhöhte Außentemperatur muss nicht heißen, dass Schweinegrippe im Spiel ist, doch gerade Länder in Asien, die in den vergangenen Jahren von der Vogelgrippe heimgesucht worden waren, gehen auf Nummer sicher.

"Heiße" Figuren werden von Quarantäne-Beauftragten aus der Menge geholt und extra auf die neue Gefährdung hingewiesen. Zeigen sich eindeutige Krankheitssymptome, müssen sie zur ärztlichen Untersuchung.

Am Vienna Airport in Schwechat werden keine Wärmebildkameras eingesetzt. Was aber nicht heißt, dass es keinen Notfallplan gibt. "Erhalten wir Mitteilung, dass an Bord einer ankommenden Maschine ein erkrankter Passagier ist, wird dieser unmittelbar nach der Landung noch im Flugzeug von einem Ärzteteam untersucht", erklärt Airport-Sprecher Peter Kleemann auf Standard-Anfrage. Bleibe dann der Verdacht einer Schweinegrippe-Erkrankung aufrecht, würden Betroffene ins Krankenhaus gebracht. Die anderen Passagiere des Flugzeuges würden zu einem speziellen Notfall-Gate gebracht, ebenfalls untersucht und über mögliche Risiken und Inkubationszeit aufgeklärt. Tagelange Quarantäne im Flughafen sei nicht vorgesehen, so Kleemann. Außer das Gesundheitsministerium gebe den entsprechenden Auftrag. Bis Montagnachmittag gab es keinen Schweinegrippe-Alarm in Österreich.

Österreich wird auch nicht direkt von Mexiko-City, wo die gefährliche Schweingrippe erstmals aufgetreten ist, angeflogen. Doch wie viele Menschen mit Umsteigen aus Mittelamerika nach Österreich unterwegs sind, ist unbekannt. Außerdem ist das Virus am Montag bereits in Spanien angekommen (siehe Artikel oben).

Am Frankfurter Flughafen, der eine tägliche Verbindung nach Mexiko bietet und auch für Wien ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt ist, liefen die ersten Maßnahmen bereits am vergangenen Samstag an. Auch in Frankfurt wird Verdachtsmomenten sofort von Ärzten nachgegangen. Etwa sieben Stunden nach einem Test liegen die Ergebnisse auch als Information für Mitpassagiere und Crew vor. Sollte sich ein Test als positiv erweisen, erhalten Mitpassagiere und Crew umgehend Medikamente, um eine Erkrankung zu verhindern. (Michael Simoner/DER STANDARD, Printausgabe, 28. April 2009)