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Damit war scheinbar der Anfang vom Ende besiegelt: Der österreichische Außenminister Alois Mock durchschneidet am 27. Juni 1989 mit seinem ungarischen Amtskollegen Gyula Horn das erste Stück des eisernen Vorhanges. Dabei datiert der eigentliche Fall des "Eisernen Vorhangs"  offiziell mit dem 2. Mai 1989, als Ungarn begann, die Sperranlagen an der Grenze zu Österreich zu entfernen.

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Einer der ersten Akte des neuen Ministerpräsidenten Miklos Nemeth, hier 1999 mit dem damaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder, war es Ende 1988 gewesen, die Kosten für die Wartung der Signalanlage mit einem Bleistift aus dem Staatsbudget zu streichen. Doch zunächst galt bloß als ausgemacht, dass der Stacheldraht bis 1. Jänner 1991 vollständig entfernt werden müsse. Parteichef Karoly Grosz, der zwar als Nachfolger des langjährigen KP-Vorsitzenden Janos Kadar (1956-1988) eine neue Generation verkörperte, doch nicht gerade als Reformer galt, plädierte für einen Beginn des Abbruchs erst im Jahr 1990. Das Innenministerium sprach sich indes für einen Zeitpunkt bereits im Jahr 1989 aus - und gab einen entsprechenden Befehl mit Stichtag 2. Mai aus. Dieser Schritt galt als eines der Indizien, dass sich die ungarische Regierung unter dem Reformer Nemeth zunehmend von der Staatspartei MSZMP (Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei, USAP) emanzipierte und nunmehr ein eigenes Machtzentrum im Staat bildete.

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Bevor die Abbrucharbeiten anfingen, musste allerdings noch die sowjetische Führung über das Vorhaben unterrichtet werden. Denn immerhin war allen klar, dass die Entscheidung der DDR-Führung gar nicht gefallen würde, da es nun für sogenannte "Republikflüchtlinge" leichter werden würde, über Ungarn und Österreich in die BRD zu gelangen.

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Zudem durfte auch die Vorbildwirkung in anderen Ostblockländern nicht unterschätzt werden. Als Nemeth Gorbatschow am 3. März 1989 in Moskau über die doch recht heiklen Pläne informierte, erhielt er zu seiner Verblüffung jedoch bloß die lakonische Antwort: "Ich sehe da, ehrlich gesagt, kein Problem."
Es ist bis heute unklar, ob der nach Reformen strebende, aber an den Kommunismus und die Sowjetunion glaubende Gorbatschow die möglichen Auswirkungen dieses Schrittes einschätzen konnte oder nicht.

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Sicher ist: Danach ging alles sehr schnell. Viele DDR-Bürger versuchten ihr Glück über die unbefestigte Grenze, wie diese beiden am 11. September 1989.

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 Die Berliner Mauer, die 1961 errichtet wurde...

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...fiel am 11. November 1989.

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Danach mussten die DDR-Bürger auch nicht mehr den Umweg über Österreich nehmen, um in die BRD zu reisen. Schon am 12. November nutzten tausende Trabi-Fahrer die neue Chance, den Westen zu sehen.

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Auch in der Tschechoslowakei versammelten sich Zweihunderttausend Menschen am Prager Wenzelsplatz, um gegen das kommunistische Regime zu demonstrieren.

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Am ersten Tag der freien Ausreise für Tschechen und Slowaken wurden sie am Grenzübergang Berg herzlich von Österreichern begrüßt.

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Das letzte große kommunistische Land fiel Ende des Jahres. Das von Nicolae Ceaucescu regierte Rumänien, hier auf einem Bild von 1981, erhob sich im Dezember.

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Rumänien war das einzige europäische Land, in dem es zu blutigen Auseinandersetzungen beim Umsturz kam. Mehr als 1.000 Menschen verloren bei den Kämpfen ihr Leben. Am 25. Dezember wurde Ceaucescu und seine Frau von einem Hinrichtungskommando erschossen. (chb, apa)

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