Wien - Die Maschinen- und Stahlbaugruppe Waagner-Biro stemmt sich derzeit erfolgreich gegen die Wirtschaftskrise: Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 steigerte das Unternehmen das Ergebnis der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) um 72 Prozent auf 7,4 Mio. Euro. Auch im ersten Quartal war das EGT mit 1,3 Mio. Euro positiv (Vorjahresperiode: -1,4 Mio. Euro). "Wir sind zuversichtlich, dass auch 2009 ein gutes Jahr wird", sagte Vorstand Gerhard Klambauer heute, Donnerstag, auf einer Pressekonferenz. Für 2008 will das Unternehmen die Dividende um 20 Prozent auf 1,20 Euro je Aktie anheben.

Waagner-Biro gehört zu 35 Prozent dem Industriellen Herbert Liaunig und zu 25 Prozent der Familie Heldmann.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte sich der Auftragseingang um 13 Prozent auf 206,3 Mio. Euro, der Auftragsstand war zum Jahresende mit 190 Mio. Euro um 37 Prozent höher als zwölf Monate davor. Der Konzernumsatz sei zwar 2008 um 14 Prozent auf 151,6 Mio. Euro zurückgegangen, er sei aber im Jahr davor wegen eines Großprojekts in Dubai überdurchschnittlich hoch gewesen. Der Personalstand wurde gegenüber dem Jahr davor von 814 auf 930 Mitarbeiter angehoben.

"Wir merken natürlich auch etwas; die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sind derzeit aber noch moderat", erklärte Vorstandschef Wolfgang Gauster, der nun in den Aufsichtsrat des Unternehmens wechselt. Klambauer ist künftig als Alleinvorstand in der AG tätig - er kam im Jänner 2008 zu dem Unternehmen.

Verschiebungen

"Natürlich gibt es Verschiebungen bei Projekten, aber alle angefangenen werden fertiggestellt", so Klambauer. Die Projekte der Gruppe seien auch nicht so einfach zu stoppen. Im ersten Quartal sei der Umsatz heuer von 24,2 auf 39,1 Mio. Euro weiter nach oben geklettert, der Auftragseingang verbesserte sich deutlich von 41,7 auf 77 Mio. Euro. Der Auftragsstand per Ende März lag bei 233,4 Mio. Euro (Vorjahresstichtag: 156 Mio. Euro). 2009 werde ein gutes Jahr. Sorgen mache sich Waagner-Biro eher um 2010.

Die Unternehmensgruppe baut beispielsweise großflächige Glasfassaden, moderne Überdachungen, Bühnentechnik und Brücken für Auftraggeber in Abu Dhabi, Dubai, London und Afrika. Der Auftrag für ein Kongress- und Ausstellungszentrum in Qatar soll den Markteintritt in den arabischen Wirtschaftsraum eröffnen. Am zögerlichsten entwickle sich derzeit der Bereich Bühnentechnik.

Obwohl sich das EGT 2008 um mehr als 70 Prozent verbesserte, soll die Dividende für 2008 nur um 20 Prozent auf 1,20 Euro je Aktie erhöht werden. Vor einem Jahr waren 1 Euro je Aktie plus eine Sonderdividende von 5 Euro ausgeschüttet worden. Die Sonderzahlung gelangte nach dem Ausstieg der Waagner-Biro aus dem börsenotierten oststeirische Maschinen- und Anlagenbauer Binder+Co zur Auszahlung.

Die vorgelegten Bilanzzahlen seien um Binder+Co bereinigt. Die Holding Waagner-Biro AG gliedert sich nunmehr in drei Unternehmensbereiche: Stahlbau (Umsatz 2008: 104,1 Mio. Euro), Stage Systems (34,8 Mio. Euro) sowie der englischen Spezialmaschinenbau-Tochter Qualter, Hall & Co (13,8 Mio. Euro). Binder+Co wurde im Februar 2008 zur Gänze abgegeben. (APA)