London - Sinkende Öl- und Gaspreise haben dem britischen Ölmulti BP im ersten Quartal einen Gewinneinbruch von 62 Prozent eingebrockt. Allerdings sparte der Konzern mehr Kosten ein als erwartet. Die Kosten müssten sich nun an einem Ölpreis von 50 Dollar (38,5 Euro) je Fass orientieren, erklärte Konzernchef Tony Hayward in einer E-mail an seine Mitarbeiter. Die BP-Aktien legten am Dienstag an der Börse etwas zu.

Der nach Börsenwert zweitgrößte Ölkonzern Europas erzielte im ersten Quartal auch dank eines guten Ergebnisses im Energiehandel einen Nettogewinn von 2,39 Mrd. Dollar (1,8 Mrd. Euro). Analysten waren von 2,28 Mrd. Dollar ausgegangen. Das schürte bei Börsianern die Hoffnung, die Branche passe sich relativ schnell an das neue Ölpreisniveau an.

Auch bei den Rivalen ConocoPhillips und Eni waren die Quartalsergebnisse besser als erwartet ausgefallen. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent belief sich im ersten Quartal im Schnitt auf 44 Dollar und stabilisierte sich zuletzt um 50 Dollar. Ein Jahr zuvor wurde ein Fass noch mit 97 Dollar gehandelt.

Die Kosten senkte BP eigenen Angaben zufolge in den drei Monaten um etwa eine Milliarde Dollar. Bei der Öl- und Gasproduktion fielen die Ausgaben im Jahresvergleich um elf Prozent. Ein BP-Sprecher sagte, niedrigere Kosten würden dazu beitragen, die Kapitalaufwendungen in diesem Jahr auf unter 20 Mrd. Dollar zu drücken. Im Februar war BP noch von Ausgaben von 20 bis 22 Mrd. Dollar ausgegangen. (APA/Reuters)