Alan Licht und Aki Onda (v. li.)

Foto: Stefano Gioannini

Thematische Einschläge waren nie die Sache Alois Fischers, wenn er mit dem Ulrichsberger Kaleidophon zum vielfältigen und experimentellen Klangschaffen einlud. Dass er diesen Schritt in der 24. Auflage nun vorsichtig wagt, kann als Zeichen besonderer Fürsorge gesehen werden. Denn wenn die eingeladenen Künstler selbst thematische Ergänzungen anbieten, ist das unter dem Primat der Vielfalt durchaus willkommen. So nimmt Joëlle Léandre nicht nur ein Stück für improvisierendes Orchester mit nach Ulrichsberg, sondern kuratierte auch gleich den ersten Festivaltag rund um ihr Projekt Can you ear me?.

Tag zwei wartet mit dem Trio Tilbury/Léandre/Norton und mit der Raumklangkomposition Omnixus von Tanja Feichtmair auf. Das Schweizer Kollektiv Six Plus One bringt zum Abschluss mit Weaving Sounds ein Raumkonzert für einen Websaal zur Uraufführung, flankiert von weiteren Arbeiten zum Thema Weben und Muster.

Mehr als nur Rahmenprogramm ist die Landschaftsoper Ulrichsberg von Peter Ablinger: Der Auftakt zum Erklingen der Ulrichsberger Landschaft fällt mit dem Kaleidophon-Start zusammen. Zu Gast sind dieses Wochenende außerdem Lauren Newton und Vladimir Tarasov, das Quartett Quat Neum Sixx, die Elektro-Experimentierer Aki Onda und Alan Licht, das Peter Evans Quartett und Frode Gjeerstads samt Orchester. (wo, DER STANDARD/Printausgabe, 29.04.2009)