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Martin.

Foto: APA/Risch

Hat Moderator Armin Wolf nun Hans-Peter Martins neues Buch gelesen oder nicht? Das war eine der zentralen Fragen in der ZiB 2 am Montagabend. Martin, der sich eben als EU-Kandidat angekündigt hatte, gab eine Kostprobe seines erbitterten, keine Widerrede duldenden Wahlkampfwillens. Wolf, der wagte, ihn mit österreichischer EU-Ablehnung in Verbindung zu bringen, verstrickte sich in enervierendes Gezetere um die Fragen, wer denn jetzt was und wo richtig gelesen hätte.

Wolf schien noch stolz zu sein, dass er "das Wochenende" mit Martins neuem Buch verbracht hatte, was aber nicht vor glanzvoll kindischen Dialogen wie "Ich glaube, dann haben Sie das Buch nicht gelesen. - Doch, sehr aufmerksam!" bewahrte. Und das war erst der Anfang: Martin, der sich sehr überzeugt von seinem Werk sah - "Ich habe beide Bücher dabei." - schreckte nicht vor peniblen Verweisen zurück: "Wenn Sie gelesen haben, Seite 41 ..." Wolf, in die Rezensentenecke gedrängt: "Wir können nicht das ganze Buch hier besprechen."

Weitere sachliche Zitate aus dem Interview (ohne Doppelnennungen): "Da muss ich Sie wieder korrigieren." "Wir können jetzt nicht noch ein drittes Buch besprechen." "Ich glaube, auch da haben Sie nicht gelesen, was ich geschrieben habe." "Die FAZ hat mich gerade gelobt."

Danke für "Ihr Gespräch", meinte Martin zum Schluss, obwohl er selbst viel mehr geredet hatte. Es war erleichternd, als die beiden Trotzköpfe mit ihrem Streit zu einem Ende kamen. Bei so einem verkniffenen, angespannten Interview und so viel heißer Luft schwitzt man selbst noch vor dem TV-Schirm. Gott sei Dank will Barack Obama gegen die Klimaerwärmung kämpfen, wie der darauffolgende Beitrag ankündigte. (Alois Pumhösel/DER STANDARD; Printausgabe, 29.4.2009)