Berlin - Sicherheitskreise in Berlin haben eine islamistische Internet-Drohung gegen den deutschen Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Mittwoch nicht als Mordaufruf gewertet. Die Drohung könnte nach Einschätzung der Experten allerdings als Aufforderung zur Gewalt gewertet werden und als Versuch, Muslime zu radikalisieren. Vermutlich wollten die Initiatoren des Aufrufs dem Dialogkurs des Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime schaden.

Laut der"Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) werden auf einer deutschsprachigen Islamistenseite die Fotos von Schäuble, des Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime, Ayyub Axel Köhler, und des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), Wolfgang Huber, gezeigt. Die Mitglieder der Islam-Konferenz, mit der Schäuble den Dialog vorantreiben will, würden als "Söhne von Affen und Schweinen" verunglimpft. Schäuble hatte 2006 mit der Islam-Konferenz einen umfassenden Dialog begonnen. Eine Bilanz soll im Frühsommer gezogen werden. (APA/dpa)