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Grafik: APA

Abschreibungen auf giftig gewordene Papiere haben der Bawag einen Jahresverlust von 548 Mio. Euro eingetragen. Der Staat gibt 500 Mio. Partizipationskapital, 400 Mio. Garantie, und Cerberus pumpt 205 Mio. Euro in die Bank.

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Wien - Die Finanzkrise hat der Bawag PSK das Jahr 2008 verhagelt. Am Mittwoch haben Bankchef David Roberts und sein Vize Stephan Koren die Bilanz präsentiert - und die ist, wie der Standard vorab berichtete, tiefrot. Der Verlust betrug 548 Mio. Euro. Grund dafür waren in erster Linie Abschreibungen von toxisch gewordenen Papieren (strukturierte Kredite). Der Verlust daraus betrug 50 Mio., die Abschreibungen 870 Mio. Euro.

"Die Finanzkrise hat uns voll getroffen. Bis zum Fall Lehman am 15. September waren wir gut unterwegs, im vierten Quartal mussten wir 452 Mio. Euro abschreiben" , erklärte der Bankchef. Weitere 42 Mio. Euro an Belastungen stammen aus Lehman- (neun Mio.) und Island-Papieren, 145 Mio. Euro hat die Restrukturierung des Portfolios gekostet.

Vermutungen, wonach die Papiere, deren Volumen zuletzt 1,7 Mrd. Euro betrug, in der Cerberus-Ära angeschafft wurden, zerstreute Roberts. Der größte Teil sei 2003 bis 2005 angeschafft worden, 2005 sei mit 3,5 Mrd. Euro der Höchststand erreicht gewesen. Roberts: "Nach dem Cerberus-Einstieg (Mai 2007, Anm.) kam nichts dazu."

Das operative Geschäft sei sehr gut gelaufen, man gewann 110.000 Kunden, der (bereinigte) Jahresüberschuss stieg auf rund 100 Mio. Euro. Das erste Quartal 2009 brachte Profit, man erwarte auch einen Jahresgewinn. Das 500-Mio.-Euro-Gewinnziel ist aufrecht - allerdings wird dessen Erreichung um ein Jahr, auf 2013, verschoben.
Staatspaket (fast) geschnürt

Das Staatspaket wurde, bildlich gesprochen, außer Atem präsentiert. Bis zwei Uhr früh hatten die Banker mit den Beamten verhandelt; die Grundsatzvereinbarung steht. Die Bawag bekommt 550 Mio. Euro PS-Kapital, will 30 Prozent davon bei Institutionellen platzieren (in dem Fall fallen acht Prozent Zinsen an). Zudem übernimmt der Bund für fünf Jahre Garantien von 400 Mio. Euro, für Unterlegungspflichten bei risikogewichteten Aktiva. Daran, wie viel die Garantien kostet, scheiden sich derzeit noch die Geister.
Eigentümer Cerberus wird 205 Mio. Euro Kapital einschießen; ob die Miniaktionäre wie Post, Generali oder Hannes Androsch mittun, ist noch offen. Die (hochliquide) Bank begibt Ergänzungskapital von 50 Mio. Euro - nach all den Injektionen steigt ihre Kernkapitalquote von 6,9 auf fast zehn Prozent.

Kapitalspritze und Dividendenverzicht addiert ergeben für Roberts eine Art Behalteversprechen des US-Fonds für die Bank: "Taten sprechen lauter als Worte" . (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.4.2009)