Wien - Kleine und größere Pannen des Alltags können den vor Monaten gebuchten Urlaub mit einem Schlag unmöglich machen. Ob plötzlich auftretende Zahnschmerzen oder ein Wasserschaden in der Wohnung - der zum internationalen Allianz Konzern gehörende Reiseversicherer Mondial Assistance bietet in Österreich unter dem Namen "All Risk" eine Stornoversicherung an, die nun auch ganz persönliche Reisehindernisse anerkennt.

Bis dato war ein Stornoschutz an schwerwiegende Gründe oder objektiv bestätigte Reiseunfähigkeit gebunden. Das soll sich nun ändern: "Generell wird jedes belegbare Ereignis, das den Versicherungsnehmer an der Abreise hindert, als Stornogrund akzeptiert", so Mondial Austria-Geschäftsführer Christoph Heißenberger heute, Mittwoch, in einer Aussendung. Lediglich schlechte Wetterprognosen oder persönliche Reiseunlust bleiben auch weiterhin ausgeschlossen.

Weil man auch im Urlaub nicht vor Pannen gefeit ist, rät die Arbeiterkammer (AK), Reiseversicherungen gründlich zu prüfen und zu vergleichen. "Prüfen Sie bei der Urlaubsplanung, ob ein Reiseschutz nicht etwa bereits durch bestehende Versicherungen oder Kreditkarten abgedeckt ist", schlägt AK-Konsumentenschützerin Manuela Delapina Urlaubern vor. Laut AK sollte man unter anderem auch darauf achten, ob es einen Selbstbehalt gibt und wie hoch dieser ist und ob bei Eintritt eines Versicherungsfalles eine Bearbeitungsgebühr verrechnet wird. Pauschalreiseanbieter übernehmen Stornokosten meist bis zu 100 Prozent. Bei Gulet, Neckermann und TUI wird im Schadensfall laut AK eine Bearbeitungsgebühr von 25 Euro pro Person verrechnet, maximal 50 Euro pro Buchung.

Heuer seien die Prämien bei einigen Reiseversicherungen teuer geworden, die Leistungen aber zumeist gleich geblieben, geht aus dem Test der AK hervor, die 16 Anbieter von Reiseversicherungen unter die Lupe genommen hat. So sei die Karten-Jahresgebühr bei PayLife Gold MasterCard und Gold Visa heuer um knapp 9 Prozent gestiegen - von 54,50 auf 59,20 Euro. Für ÖAMTC-Schutzbrief und ARBÖ-Sicherheitspass heißt es im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent mehr draufzahlen, so die AK. Etwas teurer geworden ist heuer auch die Prämie (plus zwei Prozent) des Mondial Asisstance Reiseschutzes mit Storno Classic.

Klassische Reiseversicherungen würden umfassenden Schutz bieten - vom einmaligen Reiseschutz bis hin zum Jahres-Reiseschutz für verschiedene Risiken wie Storno oder Reisegepäck. Die Europäische Reiseversicherung zahle bei einer dauernden Invalidität ab 50 Prozent 40.000 Euro, Mondial Assistance bis zu 30.000 Euro. Der Versicherungsschutz bei Kreditkarten sei dagegen nicht so umfangreich und von Kreditkarte zu Kreditkarte an unterschiedliche Bedingungen geknüpft. Beispielsweise müsse die Kreditkarte in den vergangenen zwei oder drei Monaten vor Reiseantritt benutzt worden sein. Die Mitgliedsangebote der heimischen Autofahrerclubs bieten begrenzten Schutz und enthalten unter anderem etwa eine Auslandskranken- oder Krankenrücktransportversicherung. Außerdem werden zusätzliche fahrzeugbezogene Leistungen angeboten, zum Beispiel der Abschleppdienst in Österreich und aus dem Ausland. (APA)