Moskau - Nach der Serie tödlicher Bombenanschläge am Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi ist Mordanklage gegen zwei Tatverdächtige erhoben worden. Die geständigen Männer, ein Milizionär und ein Kameramann aus dem Schwarzmeer-Kurort, hätten mit selbst gebastelten Sprengsätzen fünf Menschen getötet und 19 verletzt, teilten Ermittler am Mittwoch in Moskau nach Angaben der Agentur Itar-Tass mit.

Als Motiv für die am Strand, in Innenhöfen und in einem Park verübten Anschläge wurden Minderwertigkeitskomplexe genannt. Die Angeklagten hätten von April 2008 bis Februar 2009 sieben Sprengsätze unter anderem in einer Zigarrenschachtel, Handtasche oder Bierdose versteckt, die bei der Berührung durch Passanten detonierten. Zwischenzeitlich hatten Ermittler auch Umweltschützer und andere Olympia-Gegner im Verdacht. Wegen des Baus zahlreicher Sportstätten enteignen die Behörden derzeit Bewohner der Region.

Nach zahlreichen Negativmeldungen über die Bauvorbereitungen in Sotschi hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) Ende März Entwarnung gegeben. Die Evaluierungskommission zeigte sich zuletzt "sehr zuversichtlich und zufrieden". Trotz der Wirtschaftskrise sei der Gastgeber der Spiele 2014 auf einem guten Weg. (APA/dpa)