fotos: standard/newald

Am 2. Mai des Jahres 1989 begannen ungarische Grenzsoldaten mit der Entfernung der Sperranlagen des Eisernen Vorhangs an der 354 Kilometer langen Grenze zu Österreich. Was damals vergessen wurde, blieb unbeabsichtigt als Memento zurück – stumme Zeugnisse der Zeitgeschichte.

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Fotos: AP / Greg English, AP / Petr D. Josek

Seit 1848 heißt der Prager Rossmarkt Wenzelsplatz. Und 1848 gab es dort die ersten politischen Versammlungen. 1918 wurde dort die Gründung der Republik gefeiert, 1968 gegen den Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts demonstriert. 1969 verbrannte sich dort der Student Jan Palach. Im Dezember 1989 (links) demonstrierte man für Václav Havel, den Charta-77-Gründer, der am 29. Dezember Präsident der tschechoslowakischen Republik wurde. Nach deren Auflösung und der Entstehung der Tschechischen Republik wurde er am 26. Jänner 1993 zu ihrem ersten Präsidenten gewählt.

Fotos: AP / Greg English, AP / Petr D. Josek

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Wo man heute an einer Gedenktafel vorbei von St. Margarethen nach Sopronköhida radeln kann, kam es vor zwanzig Jahren zum Durchbruch für DDR-Flüchtlinge von Ungarn nach Österreich: Hunderte nützen die Chance, in die Freiheit zu laufen, als bei einem von der Paneuropa-Bewegung ausgerichteten „Friedenspicknick“ die Grenze im Wald kurz geöffnet wurde.

fotos: AP, Robert Newald

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Fotos: EPA/R. Jäger, Robert Newald

Der österreichische Außenminister Alois Mock und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn waren nicht die ersten mit der Zange. Aber der Termin vor Journalisten und Fotografen am 27. Juni 1989 hatte Signalwirkung. Der Prozess der Öffnung war ab nun nicht mehr rückgängig zu machen, wie der Gedenkstein rechts beweist.

Fotos: EPA/R. Jäger, Robert Newald

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Mit der Bildung der polnischen Gewerkschaft Solidarność Anfang der 1980er-Jahre fing alles an. Der polnische Papst Johannes Paul II. unterstützte sie. Seine Botschaft an die gläubigen Polen wie hier bei der Messe in Tschenstochau war: „Habt keine Angst!“ Über seine wahre Bedeutung für das Ende des Ostblocks und den Grad der Involvierung des Vatikans diskutieren die Historiker.

fotos: EPA, AP/keplicz

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Fotos: EPA/dpa, AP/Markus Schreiber (rechts)

Die Gethsemane-Kirche im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg war seit dem Kirchentag 1987 ein Versammlungsort und später Zufluchtsort der DDR-Opposition. Am 13. Oktober 1989 wurde dort für die Freilassung von Gefangenen demonstriert (links). Nach 1989 blieb sie ein Ort politischer Diskussion.

Fotos: EPA/dpa, AP/Markus Schreiber (rechts)

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Fotos: APA/Bill Lorenz, Robert Newald (re)

Zu Fuß kamen 120.000 Menschen am 10. Dezember aus der damaligen CSSR, um zum ersten Mal ungehindert von der anderen Seite einen Blick über die Donau, auf ihr Land und auf die Burg Devin zu werfen. Jahre später, im April 2009, wird dieser nur von 20 Jahren Baumwaachstum eingeschränkt.

Fotos: APA/Bill Lorenz, Robert Newald (re)
Fotos: Rudolf Semotan (links), Robert Newald (rechts)

Zehntausende strömten am 1. Dezember 1989 auf den Hauptplatz von Bratislava, um die Demokratisierung des Landes und das Ende des Eisernen Vorhanges zu feiern. Erhard Busek, damals Wissenschaftsminister, Bürgermeister Helmut Zilk und Freda Meissner-Blau, Galionsfigur der Grün-Bewegung, zeigten ihre Solidarität mit den samtenen Revolutionären.

Fotos: Rudolf Semotan (links), Robert Newald (rechts)

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Fotos: APA/Kurt Kainrath, Robert Newald (rechts)

Das "Paneuropäische Picknick" am 19. August bei dem hunderte von DDR-Bürgern nach Österreich gelangten, ermunterte viele witere zur Flucht. Hier, am österreichischen Grenzübergang Klingenbach am 22. August 1989 (links), ist man in Sicherheit. Und erfährt, dass man von Östereich nicht mehr zurück geschickt werden wird.

Fotos: APA/Kurt Kainrath, Robert Newald(rechts)

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Fotos: Reuters, AP

Der Aufstand gegen das rumänische Regime, der im Jahr 1989 an die 1000 Todesopfer forderte, treibt in der Hauptstadt Bukarest auf seinen Höhepunkt zu. Nicolae Ceaucescu, seine Frau Elena und Parteifunktionäre standen am 21. Dezember auf dem Balkon des Partei-Hauptquartiers (dem jetzigen Innenministerium) in Bukarest. Am 25. 12. wurden der Diktator und seine Frau hingerichtet.

Fotos: Reuters, AP

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Fotos: Reuters, Robert Newald (rechts)

Am 17. August 1989, zwei Tage vor dem "Paneuropäischen Picknick" blickten DDR-Bürger skeptisch auf einen ungarischen Wachturm nahe Sopron. Laut Gerüchten wird zu dieser Zeit nicht mehr scharf auf Flüchtende geschossen. Bis zum sicheren Grenzübertritt sollte es noch fast einen Monat dauern. Am 10. September erklärte die ungarische Regierung, die Grenze für "Touristen aus der DDR", die offiziell auf Urlaub in Ungarn waren, zu öffnen und eine gefahrlos Ausreise nach Österreich zu ermöglichen. Die Zäune sind abgebeut, der ungarische Wachturm rechts steht aber noch aufrecht - er hat nur noch historische Bedeutung.

Fotos: Reuters, Robert Newald (rechts)