Moskau - Für Grauwale gibt es vor Sachalin eine Atempause: Der Erdölproduzent Sakhalin Energy verzichtet in diesem Jahr vor der russischen Pazifik-Insel auf seismische Messungen auf dem Meeresgrund. "Das ist ein großer Erfolg internationaler Tierschutzarbeit, weil die Wale sonst von den lauten und störenden Messungen vertrieben würden", sagte der Sprecher des Internationalen Tierschutzfonds IFAW, Igor Beliatski, am Mittwoch in Moskau.

Von der Population der etwa 120 sogenannten westlichen Grauwale seien nur noch bis zu 35 fruchtbare Weibchen übrig. Der IFAW befürchtet, dass die Grauwale in 15 Jahren ausgestorben sind.

Auch der internationale Naturschutz-Dachverband IUCN in Gland in der Schweiz begrüßte die Entscheidung von Sakhalin Energy. Die Wale halten sich vor allem im Sommer und Herbst in den Gewässern vor der Insel auf und bereiten sich dort auf die Paarung vor.

Rücksicht

Naturschützer befürchten seit langem, dass die Ausbeutung von Erdölvorkommen in der Region den Lebensraum der Meeressäuger zerstören könnte. Sakhalin Energy hatte laut IFAW bereits 2007 mit Rücksicht auf den Tierschutz eine Pipeline 20 Kilometer südlicher verlegt als ursprünglich geplant.

"Wir sind trotz der Fortschritte nicht am Ziel", sagte IFAW-Sprecher Beliatski. Andere Konzerne seien weniger kooperativ. In unmittelbarer Nähe zur Küste seien zum Beispiel inzwischen zwei Bohrinseln errichtet worden. (APA/dpa)