Wien - Shareholder-Value, lange Zeit das Mantra der Wirtschaftswelt und lukrative Einkommensquelle für Top-Manager, hat bei der OMV ausgedient. Statt mit Aktienoptionen soll die Führung des Mineralölkonzerns mit einem Anreizprogramm zu Höchstleistungen angespornt werden, verknüpft mit der Erreichung strategischer Ziele nach drei Jahren.

OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer, der wegen eines Aktiendeals kurz vor Verkauf der Beteiligung am ungarischen Ölkonzern Mol an die russische Surgutneftegas in das Blickfeld der Finanzmarktaufsicht geraten ist, verteidigt sich jetzt u.a. auch damit. Um an diesem Programm teilzunehmen, habe der Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats in seinem Fall eine Eigenbeteiligung in OMV-Papieren von zumindest 800.000 Euro verlangt.

Darauf verständigt habe man sich am Montag, den 23. März. Selbigentags habe er den Auftrag erteilt, 26.500 OMV-Aktien zu kaufen - die Differenz zwischen jenen Papieren, die er schon besessen habe und dem Mindesterfordernis für die Teilnahme am Incentive-Programm.

"Ein Verkauf des Mol-Pakets war da nicht absehbar" , sagte der OMV-Chef. Der Deal mit Surgutneftegas, der den Kurs der OMV-Aktie kurzzeitig in die Höhe getrieben hat, sei dann binnen zweier Tage (28., 29. März) fixiert worden. Spekulationsgewinn habe er keinen gemacht: "Die Aktien muss ich drei Jahre halten." (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.4.2009)