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Foto: APA/Pfarrhofer

 Johannes Voggenhuber wird rausgemobbt, weil er der grünen Führungstruppe zu wenig EU-kritisch war. Werner Faymann gibt dem SP-Spitzenkandidaten für die EU-Wahl eine EU-kritische Linie vor. Jetzt hält es auch noch der Nicht-Spitzenkandidat der ÖVP, Othmar Karas, für notwendig, seinen Abgang anzukündigen, wenn sich in seiner Partei die bisherige proeuropäische Linie ändert. Übersetzung: wenn der VP-Überraschungskandidat Ernst Strasser mit seiner populistischen EU-Linie fortfährt. Und dies alles hat Onkel Hans von der Krone bewirkt - zusammen mit seinem persönlichen Kandidaten Hans-Peter Martin.

Ein derartiges Einknicken von an sich proeuropäischen Parteien auf breiter Front vor der geschlossenen Abteilung der Anti-EU-Fanatiker hat es noch nicht gegeben. 20 Jahre nach dem Ende der Teilung Europas und 15 Jahre nach einer 67-Prozent-Entscheidung für den EU-Beitritt geben die noch halbwegs zurechnungsfähigen Parteien des Landes den Anspruch auf Führung auf und kapitulieren vor einer Leserbriefseite. Nutzen wird es nichts, weil gerade die rabiaten EU-Gegner nur Verachtung für Weichei-Verhalten haben.( Hans Rauscher/DER STANDARD-Printausgaber, 30. Apri/1. Mai 2009)l