Der Betrachter wird in der Begegnung mit dem Kunstwerk zum Entdecker: Dennis Oppenheims "Electric Kisses", 2008.

Montage: Marta Herford

Als Pionier der Landart, Performance, Video- und Konzeptkunst zählt Dennis Oppenheim bis heute zu den wichtigsten US-amerikanischen Künstlern. Die Ausstellung "Electric Kisses" zeigt neben frühen Arbeiten Zeichnungen und Modelle utopischer Architekturinterventionen sowie jüngere Skulpturenlandschaften.

In seinem nunmehr schon vierzigjährigen Schaffen überschreitet Oppenheim stets aufs Neue die Grenzen der Kunst. Bereits Ende der 1960er-Jahre erweiterte er die Möglichkeiten seiner skulpturalen Aktivität, indem er über die Räume der Institutionen hinaus die Landschaft erschloss. Mit seinen aktuellen Arbeiten für den öffentlichen Raum knüpft er an sein Frühwerk an. Allerdings untersucht nicht mehr der Künstler selbst die verschiedenen Orte, sondern der Betrachter wird in der Begegnung mit dem Kunstwerk zum Entdecker und ändert seine Rolle vom passiven Rezipienten zum Akteur.

Im Zentrum der zeitlich einen weiten Bogen spannenden Ausstellung stehen fantastische Behausungen und hybride Objekte für den öffentlichen Raum: wurmartige Busstationen, fliegende Caravans und überdimensionierte Verkehrspylonen, mit denen er dazu anregen will, die Bedeutung des Ortes zu ergründen und bestehende Konzepte von der Welt infrage zu stellen. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.4./1.5.2009)