Nach acht Jahren strebt der US-Unterhaltungskonzern Time Warner eine Trennung von seiner angeschlagenen Internet-Tochter AOL an. Es werde derzeit geprüft, AOL künftig unabhängig operieren zu lassen, heißt es in Dokumenten, die Time Warner am Mittwoch bei der US-Börsenaufsicht (SEC) einreichte. Eine abschließende Entscheidung der Konzerngremien stehe aber noch aus. Time Warner und AOL hatten sich 2001 auf dem Höhepunkt des Internet-Booms an den Weltbörsen zusammengeschlossen.

Gewinneinbruch

Zuvor hatte Time Warner bekannt gegeben, dass der Nettogewinn im ersten Quartal im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 661 Millionen Dollar gefallen sei. Der Umsatz sank demnach um sieben Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar, wobei das Minus bei AOL mit 23 Prozent besonders stark ausfiel.

Time-Warner-Chef Jeff Bewkes erklärte dazu, das wirtschaftliche Umfeld sei derzeit "problematisch", dies gelte "insbesondere" für AOL. Bewkes kündigte an, dass sich der Konzern auf sein Unterhaltungs- und Verlagsgeschäft konzentrieren wolle. Dazu zählen die TV-Sender CNN und HBO, das Filmstudio Warner Bros und das Nachrichtenmagazin "Time". (APA/AFP)