Rom - Der italienische Autobauer Fiat hat eine Übereinkunft mit dem angeschlagenen Chrysler-Konzern getroffen. Die letzten Hürden seien überwunden worden, beide Seiten hätten den Vertrag unterschrieben, berichtete die italienische Zeitung "Corriere della Sera" am Donnerstag auf ihrer Internetseite. Laut "Corriere" wird US-Präsident Barack Obama auf einer Pressekonferenz um 18 Uhr den abgeschlossenen Deal ankündigen. Fiat bestätigte die Information nicht.

Die Partnerschaft mit Fiat ist das letzte Teilstück eines umfassenden Sanierungsplans zur Rettung von Chrysler, der unausweichlich auf die Insolvenz zuzusteuern scheint. Einige der Gläubiger wollten einem mit Hilfe der US-Regierung ausgearbeiteten Umschuldungsplan nicht zustimmen. Deshalb seien die Gespräche abgebrochen worden.

Regierung ist zuversichtlich

Die italienische Regierung ist zuversichtlich, dass noch am Donnerstag das Abkommen abgeschlossen wird. "Wir sind optimistisch, dass US-Präsident Barack Obama heute den Deal ankündigen wird", sagte der italienische Industrieminister Claudio Sscajola in einem TV-Interview am Donnerstag.

"Die Allianz wird nicht nur für Fiat, sondern für ganz Italien wichtig sein. Fiat wird sich mit seiner Technologie in den USA behaupten können. Noch vor wenigen Monaten hätte niemand daran geglaubt, dass Fiat Chrysler übernehmen könnte. Fiat kann mit diesem Abkommen zu einem Protagonisten auf dem US-Markt aufrücken", meinte der Minister.

Kritisch zeigten sich dagegen die italienischen Gewerkschaften. "Fiat engagiert sich in vielen Ländern, nur in Italien nicht. Es besteht fundierte Gefahr, dass Fiat immer weniger auf Italien setzen wird, wenn sich die Gruppe global stärkt. Die Interessen der Arbeitnehmer, von Italien und von Fiat sind nicht automatisch im Einklang", sagte der Sprecher der Metallgewerkschaft Fiom, Giorgio Airaudo.

Sorge löste unter den Gewerkschaften die Ankündigung aus, dass Fiat 200 Angestellte bei den Töchtern Iveco und Powertrain entlassen wird. Die meisten Jobs sollen bei Iveco gestrichen werden. Fiat will hinzu bis zu 15 Prozent der Stellen bei der Tochter CNH kürzen. 31.000 Jobs sollen weltweit bei dem Landwirtschaftsmaschinenbauer gestrichen werden. (APA)