Mettlach - Die Folgen der Wirtschaftskrise und ein drastisches Sparprogramm haben den deutschen Keramikhersteller Villeroy & Boch im ersten Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt. Der Umsatz des saarländischen Traditionsunternehmens schrumpfte in den ersten drei Monaten verglichen mit dem Vorjahresquartal um 17,5 Prozent auf 182,2 Mio. Euro. Dies teilte Villeroy & Boch am Donnerstag in Mettlach mit.

Vor Steuern fuhr der Konzern einen Verlust von 70,1 Mio. Euro ein, nach einem Gewinn von 8,3 Mio. Euro im ersten Quartal 2008. Vor allem das Auslandsgeschäft sei gefallen, die Umsatzrückgänge in Deutschland seinen dagegen "moderat" geblieben.

Bereinigt um die Kosten für das im März verabschiedete Restrukturierungsprogramm in Höhe von rund 60 Mio. Euro beträgt der Verlust 10,1 Mio. Euro. Villeroy & Boch hatte bereits im März betont, dass das aktuelle Jahr voraussichtlich mit einem operativen Verlust enden werde. Das Sparprogramm mit einem Stellenabbau von 900 der etwa 9.250 Arbeitsplätze soll von 2011 an jährlich Einsparungen in Höhe von rund 50 Mio. Euro bringen. Seit 1. April gilt an den deutschen Standorten Kurzarbeit.

Im vergangenen Jahr hatte sich der Konzernumsatz um knapp ein Prozent auf 840,9 Mio. Euro verringert. Der Konzerngewinn summierte sich unterm Strich auf 11 Mio. Euro nach 23,8 Mio. Euro im Vorjahr. Das 1748 gegründete Unternehmen produziert weltweit an 24 Standorten. (APA)