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Auch mit Open Source lässt sich viel Geld verdienen.

Grafik: APA

Die Open Source-Community wird gerne als die antikapitalistische Opposition zu Software-Giganten wie Microsoft dargestellt. Doch viele Entwickler konnten auf Basis freier Software ansehnliche Unternehmen aufbauen. Das Forbes Magazin hat sich drei Beispiele herausgepickt.

Wir waren Hardcore-Kapitalisten

Dass der Begriff "freie Software" nicht automatisch mit unbezahlter Programmier-Arbeit assoziiert werden muss, beweist Brian Behlendorfs Einstellung. Es höre sich zwar wie eine antikapitalistische Bewegung an, "aber in Wirklichkeit waren wir Hardcore-Kapitalisten", meint der Mitgründer von CollabNet und frühere Entwickler des Apache Webservers. Das Unternehmen entwickelt Collaboration-Software, mit der über verschiedene Standorte verstreute Teams und Mitarbeiter zusammen arbeiten können.

Die Software basiert auf der Open Source-Anwendung Subversion, die eingesetzt wird um Dateien und Verzeichnissen zu verwalten. Mit Kunden wie HP und Sun konnte sich CollabNet rasch als seriöses Unternehmen etablieren. Heute zählt CollabNet 500 Kunden, darunter Großunternehmen mit mehr als Tausend Usern.

Erfolgsstory SugarCRM

SugarCRM-Mitgründer und CEO John Roberts arbeitete ursprünglich im Produktmanagement bei dem mittlerweile von Infor übernommenen CRM-Entwickler Epiphany. Zurzeit als MySQL bekannter wurde, tat er sich mit zwei Programmierern zusammen, kündigte und gründete Jahr 2004 SugarCRM. Drei Monate schrieben die Drei an dem Code für die freie CRM-Software und veröffentlichten ihn auf SourceForge.net. Als das Interesse für den Code immer größer wurde, bemühte sich Roberts doch darum Risikokapital für sein Unternehmen aufzustellen. Mittlerweile hat SugarCRM über 4.000 Kunden in 30 Ländern.

Oracle und IBM als Konkurrenz

SpringSource-CEO Rod Johnson schreib ursprünglich ein Buch über Enterprise-Java. Zusammen mit dem Buch hatte er 30.000 Codezeilen veröffentlicht, um das Konzept näher zu erklären. Viele Leute seien an dem Code interessiert gewesen und hätten ihn gefragt, den Code offen zu legen, was er auch tat. Daraus entwickelte sich schließlich das Spring-Framework für die Java-Plattform. Mittlerweile sollen etwa zwei Drittel aller Enterprise-Java-Nutzer SpringSource einsetzen, seinen Schätzungen zufolge etwa eine Million Nutzer.

Geld nimmt das Unternehmen mit Trainings, Software-Erweiterungen und 24-7-Support über Abos ein. Die Einnahmen sollen sich Jahr für Jahr verdoppeln. Mit einem neuen Application-Server-Produkt will es die ehrgeizige Open Source-Firma nun mit Oracle und IBM aufnehmen. (red)