Köln - Der Chemiekonzern Lanxess ist auch zum Jahresstart nicht aus den roten Zahlen herausgekommen. "Alle Geschäftsbereiche waren von der weltweiten Rezession betroffen", erklärte Konzernchef Axel Heitmann am Donnerstag vor Beginn der Hauptversammlung in Köln. Der Nachfragerückgang von mehr als 35 Prozent habe historische Ausmaße erreicht. Für das zweite Quartal geht das Management aber von einer Erholung seiner Geschäfte aus. "Wir rechnen mit einer deutlichen Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal, aber natürlich unter dem Niveau des Vorjahres", sagte Heitmann. In Asien werde die Nachfrage wieder anziehen. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet Lanxess allerdings mit einem Umsatz und Ergebnis unter Vorjahr.

Lanxess erwirtschaftete im ersten Quartal vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen ein Ergebnis von 66 Mio. Euro. Das sind 70 Prozent weniger als vor Jahresfrist, aber sechs Mio. Euro mehr als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Die operative Umsatzrendite vor Sondereinflüssen (Ebitda-Marge) schrumpfte auf 6,3 Prozent von 14,3 Prozent ein Jahr zuvor. Nach einem Nettoverlust im vierten Quartal lag das Minus für die Monate Jänner bis März unter dem Strich bei 14 Mio. Euro. Im Auftaktquartal 2008 stand noch ein Gewinn von 104 Mio. Euro in den Büchern. Der Umsatz betrug im ersten Quartal 1,054 Mrd. Euro und damit 31 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Gesamte Branche betroffen

Die Wirtschaftskrise hat die Chemiebranche rund um den Globus fest im Griff: Auch beim weltweiten Branchenprimus BASF und beim US-Chemiekonzern Dupont brachen im Auftaktquartal die Gewinne ein. Der saudi-arabische Petrochemie-Anbieter Sabic wies wegen des weltweiten Nachfrageeinbruchs sogar zum ersten Mal seit mindestens fünf Jahren einen Verlust aus. Bayer rutschte im Auftaktquartal in seinem Kunststoffgeschäft beim operativen Ergebnis in die roten Zahlen.

Lanxess hat wegen der Krise bereits Investitionen verschoben und ein Sparprogramm aufgelegt. Mit dem Sparpaket sollen in diesem und im kommenden Jahr die Kosten um 250 Mio. Euro gedrückt werden. Zudem fallen dem Unternehmen zufolge dieses Jahr geplante Ausgaben von 100 Mio. Euro wegen der Verschiebung von Großprojekten weg. (APA/Reuters)