Prag - Dies sind die Staaten, die künftig in der "Östlichen Partnerschaft" besonders eng mit der EU verbunden sein werden. Alle waren bis 1991 Republiken der Sowjetunion. Überall gibt es Krisen und Konflikte.

Armenien - Hauptstadt Eriwan. 3,2 Millionen Einwohner. Präsident Sersch Sargsjan, Ministerpräsident Tigran Sargsjan. Streitet mit Aserbaidschan um das von Armeniern bewohnte Berg-Karabach, das nach einer sowjetischen Entscheidung von 1923 zu Aserbaidschan gehört. Armenische Soldaten stehen in Berg-Karabach. Erhebliche Finanzprobleme seit Jahresbeginn. Einbruch bei Überweisungen von rund zwei Millionen im Ausland lebenden Armeniern.

Aserbaidschan - Hauptstadt Baku. 8 Millionen Einwohner. Präsident Ilcham Alijew, Ministerpräsident Artur Rasisade. Grenze zu Armenien geschlossen. Bisher keine Konfliktlösung mit Armenien in Sicht. Sehr große Öl- und Gasvorräte unter Kaspischem Meer. Öl- und Gaspipelines führen von Baku nach Russland und in die Türkei. 80 Prozent der Exporteinnahmen beruhen auf Erdöl. Inflationsrate rund 20 Prozent.

Georgien - Hauptstadt Tiflis. 4,6 Millionen Einwohner. Präsident Michail Saakaschwili, Ministerpräsident Nika Gilauri. Abtrünnige Regionen Abchasien und Südossetien nach Südkaukasus-Krieg im August 2008 von Russland als unabhängige Staaten anerkannt. Russisches Militär ist in diesen Gebieten stationiert. NATO-Mitgliedschaft zugesichert, Zeitpunkt des Beitritts noch unklar. Erhebliche Wirtschaftseinbrüche seit dem russischen Einmarsch. Kaum Exporte, aber für Energietransit strategisch wichtig gelegen.

Moldau - Hauptstadt Chisinau. 3,4 Millionen Einwohner. Präsident Vladimir Voronin, Ministerpräsidentin Zinaida Greceanii. Seit 1992 ist der östliche Landesteil Transnistrien abgespalten. In Transnistrien sind russische Truppen stationiert. Moldawien gehört zu den ärmsten Ländern Europas, produziert vor allem Wein und Tabak und ist von russischen Gaslieferungen abhängig.

Ukraine - Hauptstadt Kiew. 46,6 Millionen Einwohner. Präsident Viktor Juschtschenko, Ministerpräsidentin Julia Timoschenko. Erhebliche Spannungen in der Staatsführung. NATO-Mitgliedschaft zugesichert, Zeitpunkt des Beitritts noch unklar. Enge historische Verbindung mit Russland, aber ungeklärte Seegrenze. Russische Schwarzmeerflotte bleibt bis 2017 auf der Krim. Streit um russischen Gastransit durch die Ukraine führte zu Lieferstopp in die EU. Etwa 18 Prozent russischer Bevölkerungsanteil. Annäherung an den Westen im Land selbst umstritten. Ukraine leidet unter schwerer Finanzkrise.

Belarus - Hauptstadt Minsk. 9,7 Millionen Einwohner. Präsident Alexander Lukaschenko, Ministerpräsident Sergej Sidorski. Lukaschenko herrscht seit 15 Jahren autoritär, die Opposition wird unterdrückt, Wahlergebnisse gelten als manipuliert. Ein Einreiseverbot der EU gegen Lukaschenko wurde im März aufgehoben. Weißrussland, das eine strikte Planwirtschaft nach sowjetischem Muster verfolgt, ist vor allem vom Einbruch der Exporte nach Russland wirtschaftlich schwer getroffen. (APA/dpa)