Washington - Das FBI führt nach Einschätzung der US-Menschenrechtsorganisation ACLU hunderttausende Menschen ohne ausreichende Beweise als Terrorverdächtige. Ein vom US-Justizministerium veröffentlichter Prüfbericht lege "sehr stark nahe, dass hunderttausende Menschen ungerechtfertigt als Terroristen eingestuft werden", erklärte Caroline Fredrickson von ACLU am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. Große Teile der Verdächtigenliste der US-Bundespolizei seien demnach nicht ordentlich aktualisiert worden, so dass die Aufstellung "weitgehend veraltet" sei.

Der Ministeriumsbericht bestätige, "dass diese Überwachungsliste nicht nur ungerecht für Reisende ist, sondern auch eine Verschwendung von Ressourcen", erklärte Fredrickson. Sie forderte den Kongress auf, die Verantwortlichen für die Verdächtigenliste zu den Vorwürfen befragen.

Fehlerquote von 35 Prozent

Laut ACLU hatte das Justizministerium gut 68.000 der insgesamt 1,1 Millionen Einträge auf der Verdächtigenliste vom Dezember 2008 überprüft. Davon seien 24.000 Einträge nicht auf dem neuesten Stand gewesen, so dass bei der Liste von einer Fehlerquote von 35 Prozent auszugehen sei. Mehrere Namen seien nicht gelöscht worden, obwohl die Verdachtsmomente gegen die Betroffenen ausgeräumt worden seien, bemängelte ACLU. So habe jemand auf der Liste gestanden, obwohl seine Akte schon vor fast fünf Jahren geschlossen worden sei. Zwei weitere aufgelistete Verdächtige seien laut Prüfbericht nicht mehr am Leben. Weitere 50.000 Menschen standen den Angaben zufolge auf der Liste ohne einen Hinweis darauf, warum sie weiter als verdächtig eingestuft werden. (APA/AFP)