Österreich hat bei der Mobiltelefonie unter den 27 EU-Staaten die viertniedrigsten Terminierungsgebühren - das sind jene Gebühren, die Netzbetreiber einander für die Weiterleitung von Anrufen in das jeweils andere Mobilnetz in Rechnung stellen. Dafür und dass von 2007 auf 2008 diese Gebühren, die sich in jeder Telefonrechnung wiederfinden, von 7,51 auf 6,00 Cent gesenkt wurden, gab es auch Lob von EU-Telekommunikationskommissarin Viviane Reding. Sie forderte allerdings bis 2012 eine generelle Senkung dieser Preise auf 1,1 bis maximal 1,3 Cent.

8,55 Cent im Schnitt

Im EU-Schnitt hatten diese Gebühren im Vorjahr 8,55 Cent betragen. Am billigsten sind die so genannten "Zustellungsentgelte" in Zypern mit 2,10 Cent, am teuersten in Bulgarien mit 15,92 Cent. Reding verlangte die Beseitigung von Preisverzerrungen zwischen kleinen und großen Betreibern ebenso wie eine Harmonisierung zwischen Festnetz- und Mobilfunkbetreibern. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte dazu, dass die Situation bei den Festnetzbetreibern "weniger dramatisch" sei. Die Zustellungsgebühren in diesem Bereich seien im Durchschnitt ein Zehntel so hoch wie bei den Mobilfunkbetreibern. Im EU-Schnitt liegen die Kosten im Festnetzbereich zwischen 0,57 und 1,13 Cent, je nach Tageszeit.

Mehr Handys als Bürger

Kroes gab zu bedenken, dass es in der EU mehr Mobiltelefone gebe als Bürger. Und die meisten Haushalte würden über einen Festnetzanschluss verfügen. "Das ist beeindruckend". Nun gehe es darum, "faire Preise" für beide Bereiche zu sichern. Reding erklärte, die beträchtlichen Unterschiede zwischen den EU-Ländern könnten zu schwerwiegenden Verzerrungen des Wettbewerbs zwischen Mitgliedstaaten und Betreibern führen. Solchen Wettbewerbsverzerrungen müsse entgegengewirkt werden, da sie die Investitionen in den Glasfaserausbau der Festnetze verhindern, wofür letztlich die Telefonkunden zur Kasse gebeten würden.

Nachfolgend die Zustellungsentgelte im EU-Vergleich, beginnend mit der niedrigsten Gebühr: Zypern (2,10 Cent), Schweden (4,19), Finnland (5,30), Österreich (6,00), Slowenien (6,66)m, Rumänien (6,77), Frankreich (6,95), Großbritannien (7,40), Portugal (7,72), Spanien (7,94), Deutschland (8,19), Ungarn (8,36), Dänemark (8,59), Lettland (8,74), Estland (8,76), Belgien (8,80), Luxemburg (9,13), Italien (9,36), Niederlande (9,43), Malta (9,62), Irland (10,01), Griechenland (10,03), Litauen (10,43), Slowakei (10,82), Polen (12,00), Tschechien (12,20) und Bulgarien (15,92). (APA)