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Das historische Objekt. Die HSV-Fans werden in Zukunft diese Art von Acessoir meiden wie der Teufel das Weihwasser.

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Einen Treffer hat der Referee Claudio Pizarro zurecht wegen einigen Zentimern Abseitsstellung aberkannt. Beim zweiten Mal war er aus der Distanz korrekt erfolgreich.

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Nach dem Rückspiel zwischen Dynamo Kiew und Schatjor Donezk dürften zweitere über den Aufstieg jubeln.

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Bremen - Werder Bremen steht zum ersten Mal im Finale des UEFA-Cups. Der Club von Sebastian Prödl und Martin Harnik feierte am Donnerstag beim Hamburger SV im Halbfinal-Rückspiel trotz zweier Treffer von HSV-Stürmer Olic einen 3:2-(1:1)-Erfolg und schaffte nach dem 0:1 im Hinspiel vergangener Woche noch die Trendwende.

Diego (29.), Pizarro (66.) und Baumann (83.) schossen die Bremer im Nordderby ins Endspiel von Istanbul, wo man am 20. Mai auf Schachtjor Donezk trifft, das zuvor seinen ukrainischen Rivalen Dynamo Kiew mit einem 2:1-Erfolg ausgeschaltet hatte. Auch Prödl, der ab der 54. Minute spielte, trug seinen Teil zum historischen Erfolg bei, Harnik saß auf der Bank.

Diego gesperrt

Das große Drama aus Sicht der Bremer, die im vierten Anlauf endlich das Endspiel erreichten, ist freilich die Sperre von Diego, "Herz und Hirn" der Elf von Thomas Schaaf. Der gelb-belastete brasilianische Wirbelwind wurde vom pedantischen belgischen Schiedsrichter De Bleeckere nach einem Disput mit seinem Landsmann Alex Silva verwarnt und fehlt damit gegen Donezk. "Das ist eine Katastrophe", schimpfte Werders Manager Klaus Allofs. "Ich finde es unmöglich, Gelb zu geben, da wurde provoziert und dann eine Kollektivstrafe verhängt. Das ist ein Skandal." In seiner Rage kündigte er an, möglicherweise noch rechtliche Schritte einzuleiten.

Wie wichtig Diego, der mit Juventus Turin in Verbindung gebracht wird, für Werder ist, zeigte er auch vor 51.000 Zuschauern in der Nordbank-Arena. Eigentlich schien bereits in der 11. bzw. 12. Minute eine kleine Vorentscheidung zugunsten der Hamburger gefallen. Vor dem HSV-Tor vergab erst Pizarro per Kopf eine erstklassige Chance für Bremen, im Gegenzug schoss Olic zum 1:0 für die Gastgeber ein (13.). Doch das spielerisch stärkere Werder schlug zurück. Und es war just Diego, der nach einem Doppelpass mit Pizarro HSV-Goalie Rost gefühlvoll zum Ausgleich überhob (29.).

Unerwarteter zwölfter Bremer

Bremen blieb bemüht, der rassige Schlagabtausch mit echtem Derby-Charakter offen. Auch nach dem Seitenwechsel kamen beide Teams zu ihren Chancen, nicht nur Rost, sondern auch Bremen-Schlussmann Wiese musste mehrmals eingreifen. In der 54. Minute kam Prödl für Per Mertesacker, er durfte das erlösende 2:1 durch Pizarro (66.) bereits am Feld bejubeln. Mertesacker zog sich einen Bänderriss im Fuß zu, ihm droht ein vorzeitiges Saisonende.  "Wir müssen abwarten und uns gedulden. Wir hoffen, dass er sich in dieser Saison noch einschalten kann", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf am Freitag.

Das vorentscheidende 3:1 erzielte schließlich Werder-Kapitän Frank Baumann per Kopf (83.) nach einem Eckball, den Gravgaard unglücklich verursachte. Der Ball versprang sich bei seinem Rückpass-Versuch wegen eines auf dem Rasen liegenden Papierkugerls und so kickte der Hamburg-Verteidiger ihn unbedrängt ins eigene Toraus. Der Anschlusstreffer durch Olic (87.) sorgte zwar noch noch für hochspannende Schlussminuten, kam aber zu spät.

Der gefrustete HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann gab nach dem zweiten verspielten Titel zu: "Das werden wahrscheinlich viele erst in Jahren realisieren, welche Chance wir heute nicht genutzt haben. Das ist ein harter Schlag."

Schachtjor setzte sich im ukrainischen Duell durch

Zuvor hatte sich bereits Schachtjor Donezk mit einem 2:1-(1:0)-Heimsieg über Dynamo Kiew durchgesetzt, im Hinspiel in Kiew hatte es noch ein 1:1 gegeben. Den entscheidenden Treffer für die Hausherren erzielte erst in der 89. Minute der Brasilianer Ilsinho, nachdem die Gäste zwischenzeitlich ausgeglichen hatten (47.).

Schachtjor ist der erste ukrainische Klub in einem UEFA Cup-finale und trat damit endlich aus dem Schatten des Hauptstadtclubs. Der Pokal bietet Donezk in dieser Saison die letzte Chance auf einen Titel, denn die Meisterschaft ist praktisch zugunsten Kiews entschieden. Der Vorjahres-Champion liegt als Zweiter fünf Runden vor Schluss bereits zwölf Punkte zurück. An das bisher letzte Duell gegen einen deutschen Club hat Schachtjor gute Erinnerungen: In der Saison 2004/05 kam man im UEFA-Cup gegen Schalke 04 weiter. (red/APA/dpa)

ERGEBNISSE Halbfinal-Rückspiele:

Schachtjor Donezk - Dynamo Kiew 2:1 (1:1). Donezk, 25.000. Tore: Jadson (17.), Ilsinho (89.) bzw. Bangoura (47.). Hinspiel 1:1 - Schachtjor mit Gesamtscore von 3:2 im Finale

Hamburger SV - Werder Bremen 2:3 (1:1). Hamburg, 51.000. Tore: Olic (12., 87.) bzw. Diego (29.), Pizarro (66.), Baumann (83.). Hinspiel 1:0 - Bremen mit Gesamtscore von 3:3 dank der Auswärtstorregel weiter

Endspiel am 20. Mai im Sükrü-Saracoglu-Stadion von Istanbul