Kabul - Nach dem Tod zahlreicher Zivilisten bei US-Luftangriffen in Afghanistan haben in Kabul Hunderte Menschen demonstriert. Etwa 1.000 Studenten zogen am Sonntag durch die afghanische Hauptstadt, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Sie riefen Parolen wie "Tod den USA" und "Lang lebe der Islam" und hielten Transparente mit Aufschriften wie "Die USA sind der größte Terrorist der Welt" in die Höhe. Mit ihrem Protest wandten sie sich gegen den Tod zahlreicher Zivilisten bei US-Luftangriffen gegen Taliban-Kämpfer in der westafghanischen Provinz Farah Anfang der Woche.

Die Zahl der zivilen Opfer der US-Bombardements im Bezirk Bala Buluk sind umstritten. Laut Präsident Hamid Karzai kamen bei den Kämpfen vom Dienstag bis zu 130 Zivilisten ums Leben. Das US-Militär wies jedoch Berichte über mehr als 100 Tote, darunter zahlreiche Zivilisten, als "übertrieben" zurück. Eine gemeinsame Untersuchungskommission von US-Armee und afghanischen Sicherheitskräften bestätigte den Tod "einer Reihe von Zivilisten", ihre genaue Zahl sei aber nicht mit Sicherheit feststellbar. Vertreter der Vereinten Nationen schätzten die Opferzahl am Samstag sogar auf bis zu 167. (APA/AFP)