Markus Guschelbauer, Uferlos 1 (2008)

Foto: k/Haus, Guschelbauer

Wien - Wasserlandschaften, Pfützenformen, Badewannen: Mit der Ausstellung "A Piece of Water", die ab morgen, Dienstag, bis zum 21. Mai im Wiener Künstlerhaus zu sehen ist, nimmt der Verbund eine Huldigung an das "Lebenselixier schlechthin" vor, wie Vorstandsvorsitzender Herbert Schröfelbauer heute bei der Pressekonferenz betonte. Als Künstler wurden die Studierenden der Klasse Fotografie der Universität für angewandte Kunst Wien beauftragt - und sie lieferten einen launigen, unregulierten Ideenreichtum, der sich auch jenseits des Wassers versucht.

Katalogisierter Formenreichtum

Und jenseits der Fotografie: Ein eigens geschweißter Haikäfig baumelt von der Decke, ein Aktenschredder lädt den Besucher ein, blaues Papier in immer mehr Wellen für einen See aus Schnipseln zu verwandeln, Gipsausgüsse von Wasserpfützen katalogisieren deren Formenreichtum systematisch, eine Wand ist lückenlos bedeckt von halb mit Wasser gefüllten Jausensackerln, Postkarten von Urlaubszielen sind übermalt mit angeblichen Wasserflächen. "Jeder Student ist völlig eigenständig an sein Projekt herangegangen", erzählte Gabriele Rothemann, Professorin der Foto-Klasse. "Es wurde ihnen nicht hineingeredet."

Ins-Wasser-Gehen

Ganze Projekte werden vor allem in den fotografischen Arbeiten deutlich: Johanna Folkmann etwa dokumentierte Selbstmord in der Badewanne und verknüpft mit der blumigen Badezimmertapete eine Meditation über das Phänomen des "ins Wasser Gehens". Markus Guschelbauer rückte mit Plastikfolie ins Schilfgebiet aus und wickelte die Natur darin ein, Tobias Pilz kämpfte sich an einem sommerlichen Nachmittag im Burggarten per Schlauchboot durch die im Gras sitzenden Jugendlichen und verwandelt den Park damit unversehens in einen funktionsgestörten See.

Vermittlungsarbeit

Nur zwei Wochen lang ist die Ausstellung im Künstlerhaus zu sehen, ab 2. Juli wird sie über den Sommer in der Vertikalen Galerie des Verbund-Gebäudes Am Hof gezeigt. Üblicherweise werden auch einige Arbeiten solcher Ausstellungen in die Sammlung des Verbund aufgenommen, erklärte Schröfelbauer. Bis zum Ausstellungsende im Künstlerhaus sind die Studenten vor Ort um sich gleich selbst in Vermittlungsarbeit zu üben. (APA)