Bild nicht mehr verfügbar.

Schon im September 2007 fand eine Demo gegen das Zentrum statt - damals nicht im ersten Bezirk, sondern in der Brigittenau.

Foto: AP/Ronald Zak

Wien - Erneut formiert sich Widerstand gegen die Ausbaupläne eines islamischen Zentrums in Wien-Brigittenau: Eine Bürgerinitiative hat für Donnerstag einen Protestmarsch zum Rathaus angekündigt, um ihrem Unmut gegen das Projekt kund zu tun. Stein des Anstoßes ist die nun endgültig erteilte Genehmigung für den Bau in der Dammstraße. An der Demonstration wird auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache teilnehmen und eine Ansprache halten. Die Bürgerinitiative ging bereits 2007 auf die Straße, um gegen das Bauvorhaben zu demonstrieren.

Ausbau des Veranstaltungszentrums

"Wir protestieren nicht gegen den Islam und nicht gegen das bestehende Gebetshaus, das gibt es bereits seit zwölf Jahren", betonte Hannelore Schuster, Sprecherin der Bürgerinitiative und Organisatorin der Demonstration gegenüber der APA. Vielmehr gehe es um den von der türkisch-islamischen Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit (Atib) geplanten Ausbau des Veranstaltungszentrums. Dabei soll es sich um ein fünfstöckiges Gebäude handeln, das unter anderem Wohnungen, einen türkischen Supermarkt, eine Koranschule und einen türkischen Kindergarten beherbergen soll.

Das islamische Zentrum dort besteht seit 1996 und beinhaltet Seminare und Gebetsräume. Es soll ausgebaut werden, wobei es rein baulich keine muslimische Ausprägung - wie etwa Minarette - bekommen soll.

Erhöhtes Verkehrsaufkommen und Parallelgesellschaft

Die Anrainer fürchten den Lärm und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, wenn das Zentrum einmal da ist. "Dann ist keine Ruhe mehr, sondern ein ständiges Kommen und Gehen in einem eigentlich verkehrsberuhigten Gebiet, das bereits dicht verbaut ist", erklärte Schuster. In den Veranstaltungsräumen sollen rund 450 Menschen Platz finden. Auch der geplante Kindergarten wird kritisiert: "Wir haben acht österreichische Kindergärten im Umkreis von 15 Minuten", so Schuster. Es wäre besser, wenn die türkischen Kinder dorthin gingen, denn "eine Parallelgesellschaft zu bilden, sei nicht der Sinn von Integration", meinte die Sprecherin.

Gegen SPÖ

Die Demonstration richtet sich vor allem gegen die SPÖ, denn schließlich sei im Rathaus die Baugenehmigung erteilt worden. "Bürgermeister Häupl weigert sich konsequent mit uns zu reden", erklärte Schuster, "wenn er nicht zu uns kommt, müssen wir halt zu ihm kommen." Gefordert wird von der Initiative eine Standortverlegung des Veranstaltungszentrums: 200 Meter weiter gäbe es ausreichend Grundstücke, dort könnte die Anlage ohne Probleme erbaut werden.

Der Anrainerzusammenschluss "Bürgeinitiative Dammstraße gegen die Errichtung von Moscheen im Wohngebiet" formierte sich im Mai 2007, ihr Slogan lautet "Moschee ade". Schuster betonte: "Wir wollen keine rechts- oder linksradikale Teilnehmer bei der Demo." Vielmehr soll der Protestmarsch am Donnerstag ein friedlicher sein. Die Ankündigung hat bereits linke Gruppierungen auf den Plan gerufen, sie kündigten eine Gegendemonstration an, die zur selben Zeit in der Innenstadt stattfinden wird.

Ballhausplatz

Die Kundgebung der Bürgerinitiative beginnt um um 17.00 Uhr am Ballhausplatz. Von dort zieht die Demo über die Löwelstraße und den Ring zum Rathausplatz. Laut Wiener FPÖ wird auch FP-Chef Strache teilnehmen und eine Rede halten. Strache war bereits 2007 schon mit dabei.

Warnung vor Neonazis

Die SLP warnt unterdessen davor, dass Neonazis bei der Demo anwesend sein könnten. In diversen Neonazis-Foren sei bereits aktiv zur Demonstration am 14.5. aufgerufen worden. (APA/red)