Quasi angekündigter Überraschungsgast: Marko Perkovic alias Thompson
Ob sie überrascht sei? "Ja, sicher", sagt Sportamtsleiterin Sandra Hofmann. Dass das Konzert des neofaschistischen kroatischen Sängers im stadteigenen Budo-Center bis zuletzt auf diversen Websites angekündigt war, beeindruckt sie nicht. Schließlich habe der Veranstalter noch am Freitag per E-Mail bestätigt, man werde Marko Perkovic, wie Thompson mit bürgerlichem Namen heißt, nicht auftreten lassen (derStandard.at berichtete).
"Ich war nicht dort"
Stimmt, sagt Jadranka Vincek, Kassierin des Veranstalter-Vereins: Sie habe dieses E-Mail geschickt, um die Veranstaltung nicht absagen zu müssen. "Ob Thompson gespielt hat oder nicht, das weiß ich nicht. Ich war nicht dort."
Thompson spielte, umjubelt von Fans und umschwingt von Fahnen. Auch Ustaša-Fahnen, Symbole des kroatischen Faschismus, waren darunter.
"Alles getan, was mir zusteht"
"So lassen wir mit uns nicht umgehen", ärgert sich Hofmann im derStandard.at-Gespräch. Der Verein werde künftig "in keiner städtischen Sportanlage mehr auftreten dürfen". Hätte man nicht härter durchgreifen müssen? "Dann hätte man mir Amtsmissbrauch vorgeworfen", so Hofmann. Thompson sei schließlich nicht nach dem Verbotsgesetz verurteilt. Ein Auftrittsverbot sei somit nicht zu rechtfertigen. Hofmann habe lediglich darauf pochen können, dass nur jene Bands auftreten, die beim Sportamt angekündigt worden waren - also kein Thompson. "Ich habe alles getan, was mir rechtlich zusteht."
Das verwundert Jadranka Vincek: Zwar waren bei der Anmietung des Budo-Centers einige Musikernamen angegeben worden, ohne genau zu wissen, wer dann tatsächlich auftreten werde. Bei der MA 36, der Abteilung für Veranstaltungswesen, habe sie Thompsons Auftritt jedoch schon "vor Monaten" angekündigt. Vincek: "Wenn MA 36 und MA 51 (das Sportamt, Anm.) nicht miteinander kommunizieren, ist das ihre Sache." Und Hofmann betont: "Soweit ich weiß, ist das Konzert völlig ruhig verlaufen." (Maria Sterkl, derStandard.at, 11.5.2009)