Spektakulär, bissig, aber letztlich erfolglos: So ist Montagmittag ein Räuber vorgegangen, der einen Juwelier in der Taborstraße in Wien-Leopoldstadt überfallen hat. Bei einer Rauferei mit dem Geschäftsinhaber, bei der auch Bisse ausgetauscht wurden, schoss der Täter zweimal mit einer Pistole in den Boden. Wegen der heftigen Gegenwehr des Juweliers ergriff der Mann schließlich die Flucht und ließ sein Opfer verletzt zurück, sagte Polizeisprecher Johann Golob.

Die Tat wurde gegen 11.30 Uhr verübt: Der Juwelier ließ einen etwa 1.90 Meter großen Mann in das Geschäft und sperrte hinter ihm die Eingangstür nach seinen üblichen Gepflogenheiten zu. "Der Besitzer lässt immer nur eine Person ins Geschäft", so Golob. Ein Komplize des Räubers wurde so unfreiwillig zum Schmiere stehen vor der Tür verdonnert.

Handgemenge

Unterdessen ging es im Lokal rund: Der Räuber zog eine Pistole, richtete sie auf den Juwelier und sagte auf Englisch, dass es sich um einen Überfall handelt. Er verlangte Preziosen und forderte den Geschäftsinhaber auf, sich auf den Boden zu legen. Dieser zeigte sich nicht geneigt, dem Folge zu leisten. Er ging auf den größeren Täter los, es kam zu einem heftigen Handgemenge.

Der Verbrecher schoss zweimal in den Boden, biss den Juwelier, dieser biss ebenfalls. Die Ermittler stellten später zwei Projektile sicher, das Kaliber war zunächst noch unklar. Schließlich ließ der Täter von seinem Opfer ab, schloss die Eingangstür auf und flüchtete zu Fuß in Richtung Negerlegasse. Auch der vor der Tür wartende Kompagnon setzte sich über die Taborstraße stadteinwärts ab. Der Juwelier erlitt Prellungen und Schürfwunden, er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Eine Personenbeschreibung gab es am Montagnachmittag nur vom Haupttäter. Dieser soll etwa 30 Jahre alt und rund 1,90 Meter groß gewesen sein. Bekleidet war er unter anderem mit einem schwarzen Anzug, einem weißen Hemd und einer dunklen Krawatte. (APA)