Paris - Das Angebot an die Mitarbeiter ist unmissverständlich: Arbeiten Sie für uns künftig in Indien für 69 Euro im Monat. Natürlich gilt die Sechs-Tage-Woche. Dafür sind ein 13. Monatsgehalt und die Rentenversicherung garantiert. Was wie ein zynischer Witz erscheint, ist für Mitarbeiter der Textilfirma Carreman im südfranzösischen Castres wie Veronique Jacobe bitterer Ernst. "Das ist derart unmenschlich, dass ich gar nicht verstehe, wie man so einen Vorschlag machen kann", sagte die 44-Jährige dem "Parisien" (Samstag).

Es ist nicht der erste Fall in Frankreich: So bot ein Maschinenbauer im Elsass Mitarbeitern an, sie in Rumänien für 110 Euro im Monat weiter zu beschäftigen. Ein Unternehmen im bretonischen Henin machte Angestellten ein Angebot, künftig für 230 Euro in der Türkei zu arbeiten.

Die Firma Carreman hat für solche Vorschläge eine Erklärung. Das "dumme Gesetz" sei schuld. Es verpflichte den Arbeitgeber, bei Umstrukturierungen mit Stellenabbau eine Weiterbeschäftigung an einem anderen Standort anzubieten. Das gelte auch dann, wenn die Filialen in Indien, Polen oder Papua seien. Die Gewerkschaft CGT widerspricht dem aber und erklärt, das Versetzungsangebot müsse "glaubhaft" sein. (APA/dpa)