In den Ermittlungen der EU-Wettbewerbshüter um den weltgrößten Chiphersteller Intel wird an diesem Mittwoch eine Entscheidung erwartet. Die Untersuchung dauere derzeit noch an, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Montag in Brüssel. Zu einem konkreten Termin wollte der Sprecher sich nicht äußern, da zuerst die Unternehmen über eine Entscheidung informiert werden sollten. Sollte die Brüsseler Behörde zu dem Schluss kommen, dass Intel gegen Wettbewerbsregeln verstoßen hat, droht eine Höchststrafe von 10 Prozent eines Jahresumsatzes.

Last

Die EU-Kommission ermittelt bereits seit Juli 2007 gegen den Chiphersteller, nachdem der Konkurrent AMD mit dem Argument geklagt hatte, aus dem Markt gedrängt zu werden. Die europäischen Wettbewerbshüter legen Intel unter anderem zur Last, dass der Konzern einem führenden europäischen PC-Händler erhebliche Rabatte eingeräumt hat, unter der Bedingung, dass dieser nur Computer mit Intel-Chips verkauft. Außerdem habe Intel einen führenden PC-Hersteller dafür bezahlt, dass er die Markteinführung einer Produktlinie mit einem AMD-Prozessor verzögert habe. Dieser Hersteller soll auch Rabatte dafür erhalten haben, dass er seine Notebooks komplett mit Intel-Prozessoren ausstattet.

2008 erzielte Intel einen Überschuss von 5,3 Mrd. Dollar, der Umsatz lag bei 37,6 Mrd. Dollar. Damit könnte dem Konzern mit Sitz im kalifornischen Santa Clara eine noch höhere Strafe als dem Software-Riesen Microsoft drohen, dem im Februar 2008 ein Bußgeld von 899 Mio. Euro auferlegt wurde. Die Kommission sah es damals als erwiesen an, dass der Konzern jahrelang zu hohe Lizenzgebühren für technische Informationen verlangt hatte.(Reuters)