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Grafik: APA

Wer in den Genuss der Abwrackprämie kommen will, muss sich beeilen: Fast die Hälfte ist schon ausbezahlt. Der Autohandel freut sich über steigende Absatzzahlen. Im April gab es ein Plus von 39 Prozent.

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Wien - Die Prämie für das Verschrotten von Altautos, mit der in Österreich seit Anfang April der Kauf von Neuwagen angekurbelt werden soll, hat voll eingeschlagen. Fast die Hälfte der dafür reservierten 45 Millionen Euro sind bereits abgebucht.

Nach Angaben des Autofahrerklubs ARBÖ haben sich bisher rund 12.600 Halter von Autos, die älter sind als 13 Jahre, die Prämie von 1500 Euro gesichert. Insgesamt steht Geld für 30.000 Autos zur Verfügung, finanziert je zur Hälfte vom Bund und der Automobilbranche. Wegen der starken Nachfrage sei davon auszugehen, dass der Topf schon im Sommer geleert sein wird, sagte ARBÖ-Sprecherin Lydia Ninz dem Standard.

Weil vor allem kleine und umweltfreundliche Autos nachgefragt würden, seien viele Firmen bei den georderten Modellen in Lieferverzug. "Der Autokauf darf zu keinem Lotteriespiel werden" , sagte Ninz. "Wer im Vertrauen auf die Prämie ein Auto gekauft hat, dieses aber erst im August oder später übernehmen kann, muss sich darauf verlassen können, die 1500 Euro auch zu erhalten." Der Autofahrerklub fordert die Bundesregierung auf, die Mittel nötigenfalls aufzustocken und die Prämie bis Ende des Jahres auch dann zu zahlen, wenn das Kontingent von 30.000 erschöpft ist.

Starkes Plus bei Kleinautos

Dem Autohandel hat die Verschrottungsprämie jedenfalls zu einem Zwischenhoch verholfen. Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen ist nach Angaben der Statistik Austria im April gegenüber dem Vormonat März um 39 Prozent auf 35.858 gestiegen. Im Jahresabstand lag das Plus bei 12,8 Prozent.

Die Zahlen zeigten, dass die Verschrottungsprämie insgesamt zu einer Belebung des Automarktes beitrage, heißt es beim ARBÖ. In der Zulassungsstelle des Automobilklubs in Wien hat man doppelt so viele Kunden als im April 2008 gezählt.

Nach Marken war Audi im April mit einem Plus von 50,7 Prozent auf Jahresbasis gerechnet die Nummer eins. Hier zeige die im Vorjahr begonnene Modelloffensive Wirkung, sagen Experten.

Auf Platz zwei der Markenstatistik folgt Seat mit plus 43,3 Prozent vor VW (plus 26,5 Prozent), Peugeot (plus 17,2) und Škoda (plus 14,6 Prozent). VW steigerte damit den Anteil an den Neuzulassungen von 14,3 Prozent auf 16,1 Prozent.

Nach Autotypen war der Seat Ibiza (plus 87,6 Prozent) größter Gewinner, gefolgt vom Škoda Octavia (plus 75,6 Prozent) und dem VW Golf (plus 60,8 Prozent).

Weiter verfestigt hat sich der Trend zu Benzinern: Im März gab es bei den Neuzulassungen erstmals etwas mehr Benzin- als Dieselautos; im April war das Verhältnis mit 57,7 Prozent Benziner und 42,3 Prozent Diesel schon akzentuierter. Zum Vergleich: 2001 waren noch sieben von zehn neu zugelassenen Fahrzeugen mit einem Dieselmotor ausgestattet.

Rückgänge gab es im April am Nutzfahrzeugmarkt: Minus 36,6 Prozent bei Lkws, minus 58,8 Prozent bei Sattelzugfahrzeugen. Bei den Zweirädern verzeichneten Leichtmotorräder (plus 48,5 Prozent), Motorfahrräder (plus 28,2 Prozent) und Motorräder (plus 3,2 Prozent) Zunahmen. (Günther Strobl, DER STANDARD, Printausgabe, 13.5.2009)