Wien - Angesichts der Wirtschaftskrise geht die österreichische Zementindustrie mit gedämpften Erwartungen in das zweite Halbjahr 2009. Es sei heuer ein Produktionsrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich zu erwarten. 2010 drohten noch stärkere Einbußen, falls die Konjunkturpakete zum Infrastrukturausbau nicht rechtzeitig greifen, heißt es in einer Aussendung der Industrie anlässlich der Jahresbilanz 2008.

Die Zementindustrie sieht sich auch durch steigende Kosten für den Ankauf von Emissionszertifikaten und zunehmende Auslandskonkurrenz aus Ländern, die nicht dem EU-Klimaregime unterliegen, unter Druck gesetzt. 2008 sei die heimische Zementproduktion (inkl. Mahlwerke) um 2,1 Prozent auf 6 Millionen t gewachsen. Dieses Wachstum werde nicht weitergehen. "Viele große Projekte laufen aus und noch ist keine Fortsetzung in Sicht. Wenn uns hier kein rascher Start gelingt, wird der ganze Bausektor trotz großen Investitionsbedarfs eine Krise erleben" wird VÖZ-Vorstandsvorsitzender Rudolf Zrost in der Aussendung zitiert.

Schon 2008 hätten der Branche CO2-Zertifikate für insgesamt 435.000 Tonnen gefehlt, das entspreche 16 Prozent der benötigten Menge.Bei Durchschnittlichen Kosten von 25 Euro pro Tonne mache diese etwa 11 Millionen Euro aus. (APA)