1996 durften die österreichischen Bürger zum ersten Mal ihre Vertreter für das EU-Parlament wählen. Das Interesse war damals noch entsprechend groß. 67,73 Prozent aller Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.

Drei Jahre später - 1999 - betrug die Wahlbeteiligung dann nur noch 49,40 Prozent. Zum Vergleich: im selben Jahr bei der Nationalratswahl gaben 80,42 Prozent einen Stimmzettel ab.

2004 folgte dann mit nur 42,43 Prozent der historische Tiefschlag. Das war für bundesweite Wahlen in Österreich der niedrigste jemals erreichte Wert. Gegenüber 1999 bedeutete das einen Rückgang von etwa sieben Prozentpunkten. Zur Bundespräsidentschaftswahl am 25. April 2004 ergab sich eine um fast 30 Prozentpunkte geringere Beteiligung. Bei der Nationalratswahl im November 2002 war die Wahlbeteiligung noch fast doppelt so hoch gewesen.

Doch auch für die diesjährige Wahl am 7. Juni sind die Prognosen nicht besser, im Gegenteil: laut der jüngsten Eurobarometer-Umfrage wollen nur 21 Prozent an der Wahl teilnehmen.

Auch international gesehen ist es so, dass die Wahlbeteiligung bei den EU-Wahlen zurückgeht. 1979, bei der ersten EU-Wahl überhaupt, lag die Beteiligung durchschnittlich gesehen noch bei 63 Prozent, 1999 nur mehr bei 49,8. Spitzenreiter in Sachen Wahlbeteiligung sind übrigens die Belgier. 1999 gingen 91 Prozent zur Wahl. (red, derStandard.at, 14.5.2009)