Wien - Die Umbauten der UniCredit in ihrer Tochter Bank Austria (BA) rufen nun den Betriebsrat auf die Bühne. Der Betriebsratsfonds hat als Namensaktionär Mitspracherechte und ist Vertragspartner des Bank-der-Regionen-Vertrags, der der BA die Führungsrolle für das Osteuropa-Geschäft einräumt.

Wie berichtet, wird Osteuropa (CEE) nun aber wie die gesamte Gruppe "divisionalisiert"; BA-Vorstandsmitglied Federico Ghizzoni (und nicht BA-Chef Erich Hampel) wird dabei in Mailand die tragende Rolle spielen. Was allgemein (wenn auch nicht offiziell in der BA) als Entmachtung Wiens gilt.

Betriebsratsobmann Wolfgang Heinzl sieht zwar den Regionenvertrag "noch nicht verletzt, und die Rolle der Bank Austria noch nicht beschnitten", trotzdem wolle man mit der Gemeinde-Wien-nahen AVZ-Stiftung (ebenfalls Namensaktionär und Vertragspartner) den "rechtlichen Status" prüfen. "Es gab schon viele Umstrukturierungen durch UniCredit, jetzt ist aber bei manchen Themen die Grenze des Vertrags erreicht."

Ob UniCredit den Regionenvertrag durch die neue CEE-Struktur breche? Heinzl: "Die Italiener betreiben die Divisionalisierung seit Beginn, es ist klar, dass in Mailand jemand für CEE zuständig ist. Allerdings wäre logisch, dass das Erich Hampel ist." Ob die Wiener über Ghizzoni ausgehebelt werden? "Das werden wir prüfen."

Die Hoffnungen ruhen nun auf dem Staat, mit dem die Bank um Kapital verhandelt. "Der Staat muss Interesse an der Rolle der Bank haben, nicht zuletzt ist die Gemeinde Wien noch Haftungsträger" erklärt Heinzl dazu. (gra, DER STANDARD, Printausgabe, 13.5.2009)