Nach dem Rekordbußgeld der EU-Kommission gegen den weltgrößten Chipbauer Intel erwartet der Konzern einen jahrelangen Rechtsstreit. Die angekündigte Berufung werde sich wohl über zwei bis drei Jahre hinziehen, sagte Konzernchef Paul Otellini am Dienstag in einer Telefonkonferenz.

Auswirkungen

Otellini schloss Auswirkungen der Entscheidung auf die Größe der Teams für Verkauf und Marketing in Europa nicht aus. Ausdrücklich bekannte er sich aber zu Intels europäischen Investitionen, Werken und dortigen Arbeitsplätzen. Sie seien von der Entscheidung nicht beeinflusst.

Die EU-Kommission hat Intel wegen illegaler Zahlungen und Rabatte in der Computerbranche mit 1,06 Milliarden Euro bestraft. Otellini wies die Vorwürfe erneut zurück. Die Verträge mit Kunden hätten keine wettbewerbswidrigen Bedingungen enthalten.

Auflagen befolgen

Intel werde während des Berufungsverfahrens alle Auflagen der EU befolgen, so der Konzernchef. Allerdings kenne das Unternehmen noch nicht die gesamte mehr als 500 Seiten dicke Entscheidung, sondern nur eine Kurzzusammenfassung. (APA/dpa)