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"Rekorde sind da, um gebrochen zu werden, und mir liegt nichts an Rekorden"

Foto: APA/AP/Rubra

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Salzburg - Drei Tore fehlen Marc Janko dazu, der erfolgreichste Goalgetter in der Geschichte der österreichischen Fußball-Bundesliga zu werden. Drei Tore, die es in drei Spielen gegen den LASK, Sturm Graz und Altach zu schießen allemal möglich scheint. Das weiß auch Janko. Der Stürmerstar von Tabellenführer Red Bull Salzburg hält nach 33 Runden bei 38 Volltreffern, der Rekord von Hans Krankl steht seit der Saison 1977/78 bei deren 41.

Am Samstag hat Janko ausgerechnet gegen den von Krankl betreuten LASK die Chance, sein Konto weiter aufzufetten. So groß der Respekt vor der Legende Krankl auch ist, so gerne würde der 25-Jährige die Bestmarke des "Goleadors" übertreffen. "Sollte meinen Rekord - so ich ihn schaffe - in 20 Jahren einmal jemand knacken, dann würde mich das schon auch ein bisschen ärgern. Das hat man nicht gerne", erklärte Janko. 

Kein Problem für Krankl

Krankl selbst hätte mit der Verbesserung seines Rekords kein Problem, allerdings könnte sich Janko nach dem Geschmack des "Goleadors" dafür noch etwas Zeit lassen. "Ich gönne es ihm. Marc soll den Rekord brechen, aber nicht gegen uns", erklärt Krankl und meint weiters. "Rekorde sind da, um gebrochen zu werden, und mir liegt nichts an Rekorden."

Sollte es den Linzer Kickern gelingen, Janko zu entschärfen, wäre nicht nur der Rekord ihres Trainers gewahrt - im Falle eines Punktgewinns des LASK in Salzburg dürfte sich auch Krankls Herzensclub Rapid wieder ernsthafte Titelhoffnungen machen. Eine besondere Genugtuung wäre dies für den 56-Jährigen aber nicht. "Ich helfe niemandem, mir hat ja auch keiner geholfen." Allerdings ließ Krankl auch keinen Zweifel offen, für wen er im Meisterrennen die Daumen drückt. "Wo meine Sympathien liegen, brauche ich nicht zu sagen, aber ich hatte auch als Spieler und Trainer in Salzburg eine wunderschöne Zeit", betonte Krankl.

Jagd auf den Goldpatschen

Obwohl Janko den Meistertitel über alles andere stellt - der medial breitgetretenen Jagd nach Rekorden und dem "Goldenen Schuh" für Europas besten Torschützen kann er sich laut eigenen Angaben nicht mehr entziehen. Derzeit führt der Salzburg-Stürmer mit 57 Punkten vor den allesamt in Spanien beschäftigten Stars Samuel Eto'o (56), Diego Forlan (54) und David Villa (50). Wie in Österreich sind auch in der Primera Division noch drei Runden ausständig.

"Es wird sehr, sehr schwer", bestätigte Janko - vor allem wegen des Multiplikators, der ein Tor in Spanien höher (2,0) als in Österreich (1,5) bewertet. "Diesen Faktor gibt es zurecht", betonte Janko. "Aber so schwer kann es in Spanien auch nicht sein, viele Tore zu schießen, wenn schon drei Spieler bei über 25 halten." Zudem sei nicht berücksichtigt worden, dass im Land des Europameisters 38, in Österreich dagegen nur 36 Runden gespielt werden. Janko nimmt es als Herausforderung: "Egal, dann muss ich eben noch mehr Tore schießen."

"Meine Verfolger sind allesamt Weltstars"

Der 1,96-m-Mann wäre der dritte Österreicher nach Krankl 1978 und Toni Polster 1987 (39 Tore), der den "Goldenen Schuh" überstreifen darf. "Es ist schon eine Riesenehre, im Konzert der Großen überhaupt eine Rolle spielen zu können", sagte Janko. "Meine Verfolger sind allesamt Weltstars, ich dagegen bin international noch eher unbekannt. Ich sehe mich noch lange nicht dort, wo sie alle sind." Dennoch wird er von mehreren, vor allem englischen Clubs gejagt.

Vorerst will sich Janko allerdings allen Nebengeräuschen zum Trotz ausschließlich auf das Titelrennen konzentrieren. "Wir haben es selbst in der Hand und es würde mir sehr viel bedeuten. Es wäre meine erste 'echte' Meisterschaft, denn ich habe viel mehr beigetragen als 2007." Damals hatte dem Stürmer eine schwere Knöchelverletzung fast ein gesamtes Jahr gekostet, in acht Ligaeinsätzen schoss er zwei Tore. 2008/09 beträgt seine Ausbeute bereits das 19-fache. (APA)